Zu viele Fäden hängen am Ende lose herum

dschiheadsWolfgang Jeschke: Dschiheads. Heyne-Verlag. ISBN 978-3-453-31491-7. 368 Seiten, 7,99 Euro.

Wolfgang Jeschke, der Altmeister der deutschen Science-Fiction, hat ein neues Buch geschrieben. „Dschiheads“ spielt auf einem abgelegenen Planeten. Es geht, wie der Titel andeutet, um Religion. Wer die anderen Romane von Jeschke kennt – etwa „Der letzte Tag der Schöpfung“ oder „Das Cusanus-Spiel“ –, wundert sich nicht.

Die Dschiheads sind eine extreme religiöse Sekte und leben auf einem Planeten, den sie schönfärberisch „Paradise“ nennen. Diese Welt ist extrem heiß und eher ein Vorhof zur Hölle als ein Paradies. Bizarr wie die Ansichten der Dschiheads ist die Natur des Planeten. Um diese Natur zu untersuchen, kommen zwei Wissenschaftler nach Paradise. Einer von ihnen, Ailif Avrams, hält jeden, der auch nur ein bisschen religiös ist, für einen Schwachkopf und bringt damit schnell alle Einheimischen gegen sich auf. Im zweiten Erzählstrang erfährt der Leser vom jungen Dschihead Suk, der vor der totalitären Sekte und ihrem gewalttätigen Anführer, dem Großarchon, flieht und sein Glück in der Fremde sucht.

Jeschkes Roman hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits ist das Buch brillant geschrieben und die von ihm erdachte Lebensform der Dongos ist höchst originell. Andererseits ist der Plot um Ausreißer Suk, der natürlich auf Avrams trifft und diesen vor der Wut des Großarchons in Sicherheit bringt, alles andere als einfallsreich. Schließlich nimmt der Autor viel zu viele Fäden auf, die am Ende lose herumhängen. Das Geheimnis der Dongos und der auf Paradise gefundenen nichtmenschlichen Kunstwerke ist ebenso wenig geklärt wie das weitere Schicksal des Jungen Suk und des Großarchons. Das schreit geradezu nach einer Fortsetzung.
(Ostfriesen-Zeitung, Leer; 27.09.2013)

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