NEO 102: Spaß mit Kai Hirdt und Eric Leyden

Das Cover von NEO 102 / © Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt
Das Cover von NEO 102 / © Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

Nach dem Auftakt der neuen Staffel von Perry Rhodan NEO1 mit #101, den ich hier 🔗 kurz besprochen habe, geht es weiter mit meinen ausführlicheren Eindrücken von #102, dem zweiten der »Methans«-Staffel. »Spur durch die Jahrtausende« von Kai Hirdt kommt an #101 nicht ganz ran, ist aber ebenfalls flott geschrieben und bietet eine Menge gute Unterhaltung fürs Geld.

Der Roman hat zwei Stränge: In einem trifft Perry Rhodan auf die Wasserstoff atmenden Maahks, die vor langer, langer Zeit einen Krieg mit den Oxyds, den sauerstoffatmenden, menschenähnlichen Arkoniden führten. In der anderen Handlungsebene spürt der Hyperphysiker Eric Leyden auf dem Mars einem geheimnisvollen Signal nach.

Sehr gelungen fand ich den Handlungsstrang, der Rhodan zu den Maahks führt. Es gibt Action, Missverständnisse, Konfrontationen und Kommunikation. Das ist alles überzeugend dargestellt. Gestört hat mich nur das disziplinlose Offiziersbuddy-Duo Cel Rainbow und Tim Schablonski. Wer sich so verhält, würde bei uns sogar aus der Ortsfeuerwehr fliegen.

Auf dem PR-Tag in Osnabrück: »Guten Tag, mein Name ist Kai Hirdt, und ich möchte mit Ihnen über Perry Rhodan reden.«
Auf dem PR-Tag in Osnabrück: »Guten Tag, mein Name ist Kai Hirdt, und ich möchte mit Ihnen über Perry Rhodan reden.«

Viel Spaß gemacht hat es Kai Hirdt offenbar, den durchgeknallten Hyperphysiker Leyden und dessen Abenteuer zu schildern. Ich habe den Autor beim 1. Perry-Rhodan-Tag 🔗 in Osnabrück erlebt, und kann mir gut vorstellen, dass da die beiden richtigen aufeinander getroffen sind. Das ist ganz schön überdreht und vergnüglich zu lesen.

Die Idee, das angebliche Marsgesicht 🔗 und die Pyramiden auf dem roten Planeten ins Spiel zu bringen, fand ich gut. Mal sehen, wie lange es dauert, bis die im Roman gemachten fiktiven Entdeckungen von irgendwelchen Spinnern auf Facebook & Co. als Tatsachen verbreitet werden.

Bedenklich finde ich einige leicht militaristische Einsprengsel:

  • Rhodan trägt, obwohl er doch wohl Zivilist ist, eine Bordkombi, die sich nur durch die Farbe von der Kleidung der Militärs unterscheidet. Das ist ein wenig so, als würde der Wehrbeauftragte der Bundesregierung in etwas Uniformähnlichem herumlaufen.
  • Der höchste Militär der Terranischen Union, Systemadmiral Reginald Bull, entscheidet persönlich und unmittelbar darüber, wie die geheimnisvolle Marspyramiden auf dem Mars untersucht werden, obwohl es sich nicht einmal um militärisches Gelände handelt. Das geht vielleicht in einer Militärdiktatur, verstößt aber ansonsten gegen alle rechtsstaatlichen Prinzipien.

Fazit: Ich will wissen, wie es weitergeht und werde mir auf jeden Fall #103 auf meinen Kindle laden.


1 Wer es nicht weiß: Perry Rhodan NEO 🔗 ist eine neue Version der Science-Fiction-Heftromanserie Perry Rhodan 🔗, die seit 1961 wöchentlich im Pabel-Moewig-Verlag erscheint. Als Neoversum bezeichnen die Fans die Erzählwelt der NEO-Serie, im Unterschied zum Perryversum der Originalserie.

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