Sonntags mit Germanicus

Die Menge jubelt Germanicus zu.
Die Menge jubelt Germanicus zu.

Zwischendurch muss ich hier mal was anderes schreiben als Rezensionen zu Perry Rhodan NEO. Kürzlich haben wir uns die »Germanicus«-Ausstellung in Varusschlacht-Museum 🔗 in Kalkriese angesehen. Das war schon eine gute Schau. Sie läuft bis zum 1. November, und jeder, der sich für die Römer in Germanien interessiert, sollte sie sich ansehen.

In diesem Jahr jährt sich zum 2000. Mal die Anwesenheit von Germanicus bzw. seiner Truppen in Ostfriesland. Bei dem Versuch, die Schmach der Schlacht am Teutoburger Wald im Jahr 9 n. Chr. zu rächen und die aufmüpfigen Germanen endlich zu besiegen, hat Germanicus einen Teil seiner drei Legionen per Schiff von Niederrhein an die Ems bringen lassen. Irgendwo in der Nähe von Leer sind die Legionäre an Land gegangen und von dort in südöstliche Richtung zur Weser marschiert (siehe mein E-Book 🔗 über »Die Römer in Ostfriesland«).

Die Anwesenheit römischer Soldaten um diese Zeit hier in der Gegend ist archäologisch nachgewiesen, durch Münzen und Militaria, also Ausrüstungsgegenstände von Soldaten. Aber wo genau die Römer an Land gingen, ob und wo sie ein Lager aufgeschlagen haben und auf welchem Weg sie schließlich in die Schlacht zogen, ist unklar. Meine Vermutung ist, dass sie zunächst die Ems aufwärts zogen und dann südlich der großen Moorgebiete nach Osten abbogen. Irgendwann sind sie auf das Varusschlachtfeld nordöstlich von Osnabrück gestoßen und haben die Knochen der Gefallenen, die dort seit sechs Jahren herumlagen, in Gruben bestattet. Davon berichten antike Quellen, und solche Knochengruben sind bei den Ausgrabungen in Kalkriese gefunden worden.

In der Ausstellung lernt man einiges über das Leben und die Familie des Germanicus, über Intrigen, Mord und Totschlag. Das Leben in einer römischen Herrscherfamilie war unermesslich luxuriös, aber es konnte jeden Moment jemand um die Ecke kommen und einem einen Dolch zwischen die Rippen stoßen. Die kannten da im wahrsten Sinne des Wortes keine Verwandten. Germanicus ist ebenfalls unter dubiosen Umständen in Syrien ums Leben gekommen, sonst wäre er vielleicht eines Tages auf den Kaiserthron gestiegen. Er soll sehr beliebt gewesen sein, vor allem, weil er einen ehrlicher Charakter hatte.

Der Besuch in Kalkriese war für mich auch deshalb interessant, weil ich in den letzten 20 Jahren schon ein paar Mal dort gewesen bin und der Ort sich in dieser Zeit mehrfach verändert hat. Ganz am Anfang war das nur eine Ausgrabungsstätte, jetzt ist es eine Museumslandschaft. In ein paar Jahren werde ich mal wieder nachsehen, was sich geändert hat.

One thought on “Sonntags mit Germanicus

  1. Schön, dass Ihnen Germanicus und die aktuelle Entwicklung in Kalkriese gefällt. Haben Sie Interrese, in unseren Presseverteiler für die größeren Veranstaltungen aufgenommen zu werden? Oder bieten wir dafür zu wenig Perry Rhodan 😉 ?

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