NEO 110: Nach zehn Bänden ist Schluss

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Das Cover von NEO 110 / © Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

Zehn Bände Perry Rhodan NEO liegen hinter mir. Geschafft. Ich will gar nicht lange um den heißen Brei herumreden. Die mit #110 »Der Kopf der Schlange« von Kai Hirdt zu Ende gegangene Staffel »Die Methans« hat mich nicht davon überzeugt, mehr von meiner knappen Lesezeit für NEO zu opfern.

Dabei fingen »Die Methans« gut an. Der Auftaktroman von Michael H. Buchholz war spannend und actionsreich, und es folgten noch ein paar andere gute Romane. Aber nach der Halbzeit ging die Spannungskurve nach unten, weil ein paar neue Fässer aufgemacht wurden, sich die Handlung verzettelte und die Expokraten den Schwerpunkt von den Maahks auf die Entführung von Rhodans Sohn verlegten.

Nach zehn Bänden sind mir zu viele Fragen offen geblieben und zu viele Handlungsstränge nicht abgeschlossen worden. Ich habe auch keine Hoffnung, dass sich das demnächst ändert, denn die Ankündigung der »Posbis«-Staffel verspricht ja, dass sich Perry Rhodan & Co. erst einmal woanders rumtreiben. Es ist also zu befürchten, dass nur noch mehr Fragen aufgeworfen und weitere Handlungsstränge eröffnet werden.

Im Abschlussband der Staffel hat sich meine Annahme bestätigt, dass die Exposéautoren Michael H. Buchholz und Rüdiger Schäfer Ballast aus der Borsch’schen Expokratenzeit loswerden wollten. Mich hat das Ende der »old men« nicht berührt, die wird keiner vermissen. Zwischendurch hatte ich die Hoffnung, dass Thora draufgeht. Das wäre ein Knaller gewesen.

Apropos Abschlussband: Kai Hirdt, das kannst du besser! Wo sind die Originalität und die Spritzigkeit von Band 106 geblieben? Die Story ist konventionell erzählt, es wird zu viel geballert, die Handlung ist an einigen Stellen eine Zumutung: Wie Perry Rhodan und Thora sich zunächst bedenkenlos und ohne Rückendeckung in die Fänge des Schurken Agaior Thoton begeben (vermutlich, weil sie wissen, dass die Expokraten sie nicht hängen lassen) und sich dann vom greisen Crest und dem achtjährigen Tom quasi »im Schlaf« befreien lassen, erinnert an so manche Albernheit aus der Frühzeit der Original-Serie. Meine Erfahrung in mehr als 40 Jahren Perry Rhodan: Wenn Kinder in die Handlung eingebaut werden, wird es meistens kindisch.

Und was ist aus Eric Leyden geworden? Anfangs zeichneten ihn Exzentrizität und mangelhaftes Sozialverhalten aus. Das machte ihn zu einer interessanten Figur. Jetzt muss ihn Belle McGraw nur einmal finster angucken und er hält kleinlaut das Maul? Na ja, andererseits gab’s für ihn und sein Team in letzter Zeit auch nicht wirklich was zu tun. Hier könnte man auch am Personal sparen.


Wer es nicht weiß: Perry Rhodan NEO ist eine neue Version der Science-Fiction-Heftromanserie Perry Rhodan, die seit 1961 wöchentlich im Pabel-Moewig-Verlag erscheint.

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