Aufgeschlagen: SOL 82 / AN 253

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Cover der SOL 82 und der AN 253

Als Mitglied der Perry-Rhodan-Fanzentrale (PRFZ) und des Science-Fiction-Clubs Deutschland (SFCD) bekomme ich automatisch die beiden Mitgliederzeitschriften SOL und ANDROMEDA NACHRICHTEN mit der Post. Jetzt liegen gerade mehr oder weniger frisch eingetroffen die SOL #82 und AN #253 bei mir auf dem Lektürestapel, und wir gucken da mal rein.

Lesenswert: SOL 82

Schon früher, als ich die Zeitschrift der PRFZ nur unregelmäßig bekam, war das Erste, das ich las, die Rubrik »Der galaktische Beobachter«, die Quartalsrückschau von Rainer Stache auf die Perry-Rhodan-Romane. Deshalb bedaure ich es außerordentlich, dass er ausgemustert wurde. Die Gründe sind mir nicht klar geworden, da hätte es einer eindeutigen Stellungnahme des Chefredakteurs bedurft.

Was mir an Rainers Beiträgen immer besonders gut gefallen hat: Er behandelt Perry Rhodan stets als das, was es ist – Literatur und keine Weltanschauung –, und ist einer der wenigen mir bekannten Fans, denen wie mir die gelegentlich klamaukhafte Schreibe mancher Autoren auf den Keks geht und der zwanghaft eingestreute Bezüge zu aktuellen Ereignissen der Realwelt zu Recht als »unterirdisch« bezeichnet.

Leider geht auch die von Rainer Nagel verfasste Rubrik »Die gute alte Zeit« – ganz regulär – zu Ende, in der er sich kritisch und augenzwinkernd mit der Frühzeit der Serie befasst hat. Ich habe das immer gerne gelesen und werde es vermissen.

Die Rolle von Rainer Stache hat übrigens Markus Gersting übernommen. Der rezensiert die aktuellen PR-Romane wöchentlich in seinem Blog www.hydorgol.de unter dem Stichwort »Gelesen«, und so heißt auch seine Rubrik in der SOL. Markus ist kein Stache, aber bekanntlich hinterlässt ja nur derjenige keine Spuren, der in die Fußstapfen seines Vorgängers tritt.

Eine gute Idee ist die neue Rubrik »Coming of Rhodan«, in der je ein Autor und ein Fan erzählen, wie sie zur Serie kamen. Ich bewerbe mich schon mal dafür.

Fasziniert und irritiert bin ich von Angelika Rützels Artikel über Michael Rhodan alias Roi Danton, einem der schillerndsten Protagonisten der PR-Serie. Sie hat eine fundierte Kurzbiografie verfasst – so als ob es sich um eine reale Person in einer realen Welt handelt. Was mich irritiert hat: Nicht einmal ansatzweise wird thematisiert, dass es sich um eine literarische Figur handelt, deren facettenreiches, von Brüchen und Widersprüchen gekennzeichnetes Leben von der Willkür der Autoren bestimmt wurde.

Das muss reichen, ich kann nicht auf alles eingehen. Fazit: Die SOL 82 ist lesenswert.

Masse statt Klasse: AN 253

Wenn man das bloß von den Andromeda Nachrichten sagen könnte. Es juckt mir schon länger in den Fingern, mal was Grundsätzliches zu den AN zu schreiben; das ist jetzt die Gelegenheit.

  • Einige Rubriken sind ausufernd. Ich brauche keine zehn Seiten Besprechungen überwiegend US-amerikanischer Filme oder zwölf Seiten Rückschau auf etwa ebenso viele Perry-Rhodan-Romane (aber nicht, weil ich das auch in der SOL lesen kann).
  • Manche Beiträge sind einfach viel, viel zu lang, und viel, viel zu schlecht redigiert. Das diesbezügliche Highlight gab’s nach meinem Dafürhalten in der Ausgabe 250: Die dreiseitig Besprechung von Teil 2 der Robert.-A.-Heinlein-Biografie von Thomas Harbach. Vielleicht war es aber auch die vom selben Rezensenten abgesonderte, fast vierseitige Besprechung von »The Heritage of Heinlein« in Nummer 247. Grausig.
  • Warum muss ein Filmplakat oder Buchcover ein Drittel einer Seite einnehmen? Einige Seiten haben dann wieder drei oder vier Abbildungen, andere Beiträge dagegen sind reine Bleiwüsten (im schon erwähnten PR-Beitrag von Robert Hector gibt’s nur zwei fast originalgroße Coverabbildungen).
  • Eine in den AN lange gepflegte Unsitte ist es, Beiträge abzudrucken, ohne den Verfasser zu nennen. Wer hat beispielsweise in der aktuellen Ausgabe über den Luxcon geschrieben (Jürgen Lautner, steht nur im Inhaltsverzeichnis) oder den dreiseitgen Artikel »Gravitationswellen und die Natur der Raumzeit« (wahrscheinlich Robert Hector, steht aber nicht einmal im Inhaltsverzeichnis)?

Ich erwarte von der Mitgliederzeitschrift des SFCD, dass ich kompetent über die deutsche Science-Fiction informiert werde. Was gibt es Neues, was sind die Trends, wer sind die aktuellen Protagonisten, was passiert in der Verlagsszene et cetera pp? Aber nicht nur in Form von Buchbesprechungen, Verlagsprogrammvor- und -rückschauen.

Um es Michael Haitel, dem AN-Herausgeber, -Chefredakteur, -Layouter, also Mädchen-für-alles, gleichzutun, der seine Buchbesprechungen immer so schön klar gliedert:

WAS GEFIEL?
Das Titelbild von Lothar Bauer. Das Interview von Marianne Labisch mit Gerd Scherm (mehr davon). Dass eine Kurzgeschichte drin ist (gelesen habe ich sie noch nicht).

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