Panoramas mit Affinity Photo

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Blick vom Hohentwiel nach Norden

Heute habe ich ein wenig mit der Testversion von Affinity Photo experimentiert. Das Programm wird als preisgünstige, aber gleichwertige Alternative zum Quasistandard Photoshop gehandelt. Ob Affinity diesem Vergleich standhält, kann ich nicht beurteilen; ich habe noch nie mit Photoshop gearbeitet und setzte die Bildbearbeitung auch nicht professionell ein. Die Testversion läuft zehn Tage und hat, so weit ich das sehe, keine Einschränkungen gegenüber der Vollversion, die einmalig 49,99 € kostet.

Englischsprachige Tutorials auf der Affinity-Homepage helfen, schnell einen Überblick über die wichtigsten Funktionen zu bekommen. Ruck, zuck sind ein paar Fotos verbessert bzw. verhunzt, tolle Effekte ausprobiert usw. Ohne eine intensive Schulung kann man das aber alles gar nicht richtig nutzen.

Es gibt aber auch einige Features für Otto Normalbildbearbeiter. Zum Beispiel die Möglichkeit, Panoramafotos zu erstellen. Das habe ich schon vorher immer wieder mal ausprobiert, mit unterschiedlichen Ergebnissen. Meistens war es eine ziemliche Fummelei. Mit Affinity Photo ist das überhaupt kein Problem, wie dieses Panorama zeigt. Es ist einen Blick vom Hohentwiel nach Norden (der Hohentwiel ist ein Berg in der Nähe von Singen unweit des Bodensees). Das Panorama wurde aus drei Einzelbildern zusammengesetzt.

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Hier noch einmal das Panoramabild vom Hohentwiel mit den Einzelbildern, aus denen es zusammengesetzt wurde.

Affinity Photo fügt die Fotos nicht nur naht- und verzerrungslos so zusammen,  dass man die Begrenzungen der Einzelbilder nicht mehr sieht. Das Programm gleicht auch Helligkeits-, Kontrast- und andere Werte an. Das Ganze geht relativ flott, selbst bei meinem für hochwertige Bildbearbeitung schwachbrüstigem Rechner.

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Blick vom Konstanzer Münster auf den Bodensee

Dieses Bild, das das Panorama vom Turm des Konstanzer Münsters zeigt, ist aus zehn Bildern zusammengesetzt. Das ergibt natürlich ein sehr extremes Seitenverhältnis von etwa 12:1, wofür es nur wenig sinnvolle Anwendungen gibt. Das wäre bestimmt ein Hingucker im Wohnzimmer.

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Blick vom Petersberg auf Erfurt.

Panoramabilder kann jedes halbwegs gute Smartphone inzwischen auch perfekt, wie dieses Bild aus Erfurt beweist. Für die Homepage reicht die Qualität. Für gehobene Ansprüche allerdings nicht (was nicht heißen soll, dass ich diesbezüglich sehr hohe Ansprüche hätte).

Terra X und die ersten Amerikaner

terrax1Die ersten Menschen, die nach Amerika kamen, sollen Afrikaner gewesen sein. Schon vor etwa 30.000 Jahren und damit 18.000 Jahre eher, als bisher angenommen, hätten sie sich im heutigen Brasilien niedergelassen. Das ist die Botschaft, die das ZDF am vergangenen Sonnabend (19.2.) in einem Beitrag der Reihe »Terra X« verbreitet hat. Continue reading „Terra X und die ersten Amerikaner“

Nur mäßig spannende Schatzsuche

berrySteve Berry: Die Kolumbus-Verschwörung.  Übersetzt von Barbara Ostrop. Blanvalet Taschenbuch Verlag  2014. 544 S. 12 Euro (E-Book: 9,99 €). ISBN  978-3442382798.

»Die Kolumbus-Verschwörung« ist ein Thriller des US-amerikanischen Schriftstellers Steve Berry. 1504 versteckt Christoph Kolumbus (Columbus) auf der Karibik-Insel Jamaika drei Truhen, die er aus Europa mitgebracht hat. Ein stinkreicher, skrupelloser und fanatischer jüdischer Geschäftsmann, Zacharias Simon, ist da hinterher, um mit ihrer Hilfe das Selbstvertrauen des Staates Israels/des Judentums zu stärken und sie von ihren Feinden, den Arabern, zu befreien.

Denn in der Truhe befand sich angeblich der seit Jahrhunderten verschollene Schatz aus dem Jerusalemer Tempel, dem heiligsten Ort des Judentums, den die Römer 70 n. Chr. zerstörten. Columbus war nämlich ein Converso, ein zum Christentum konvertierter Jude, der den Schatz aus Spanien gerettet hatte. Simon geht für sein Ziel buchstäblich über Leichen. Nicht weniger skrupellos ist der Jamaikaner Béne, ein Nachfahrer afrikanischer Sklaven, der auf der Suche nach einer angeblichen, von Kolumbus entdeckten Goldmine ist.

In die Machenschaften dieser Männer wird der gescheiterte Reporter Tom Sagan verwickelt, weil er glaubt, dass seine Tochter Ali entführt wurde. Der Leser erfährt bald, dass Ali, die ihren Vater verachtet, gemeinsame Sache mit Simon macht. Die Entführung ist inszeniert, damit ihr Vater beschafft, was im Sarg seines Vaters und Alis Großvater liegt – den Schlüssel zum Versteck des Tempelschatzes, wie Simon glaubt. Die Jagd nach dem Schatz führt von Florida über Wien und Prag nach Jamaika.

Simon Wiesenthals Idee

Die Idee, das Kolumbus ein konvertierter (spanischer) Jude auf einer geheimen Mission ist, ist nicht neu. Simon Wiesenthal, Holocaust-Überlebender, Eichmann-Jäger und Leiter des jüdischen Dokumentationszentrum in Wien, hat sie 1972 in seinem Buch »Segel der Hoffnung« aufgebracht. Columbus, so seine These, sollte für die in Spanien verfolgten Juden eine neue Heimat in Übersee finden. Von drei Kisten war bei ihm aber nicht die Rede. In einem Nachwort gibt Berry an, was in seinem Buch historische Tatsache ist und was Fiktion. Wiesenthal wird dabei nicht verschwiegen.

Nur mäßig spannend

Es sei Berrys bisher bestes Buch, wird der Daily Herald auf der Rückseite zitiert. Dann brauche ich seine anderen Romane ja nicht zu lesen. »Die Kolumbus-Verschwörung« hat mich wirklich nicht vom Hocker gerissen. Der angebliche Thriller ist nur mäßig spannend, was nicht nur am Plot liegt. Die Suche nach einem legendären verschwundenen Schatz – das ist nicht originell, da kommen einem gleich der Heilige Gral, Indiana Jones oder Lara Croft in den Sinn. Es wundert auch nicht, dass verschlüsselte Botschaften und eine geheime Höhle eine wichtige Rolle spielt.

Auch die Erzählweise gefällt mir nicht besonders. Allzu oft lässt Berry sich Spannung nicht richtig entfalten, weil er mit Infodump das Tempo rausnimmt. Der Leser wird immer wieder mit einem Haufen überwiegend historischer Information geradezu überschwemmt, ohne dass diese immer für das Verständnis oder den Fortgang der Handlung relevant ist.

Die verschiedenen Handlungsstränge sind zudem sehr stark segmentiert, ständig springt der Autor zwischen den Hauptpersonen und den Schauplätzen hin und her. Man kann sich richtig vorstellen, wie Berry einen Szenenplan ausgetüftelt und diszipliniert abgearbeitet hat. Jede Szene endet mit einem Cliffhänger oder einer (überraschenden) Wendung – wie aus dem Schreibratgeber. Vieles ist zu vorhersehbar, vor allem die Moral von der Geschicht’ (so etwas muss amerikanische Unterhaltungsliteratur wohl haben). Wenn gleich am Anfang das zerrüttete Verhältnis von Vater und Tochter thematisiert wird, weiß man, wie das enden wird.


Homepage von Steve Berry

Morgens in Leer/Ostfriesland

denkmalplatz
Ich bin normalerweise nicht früh morgens in der Stadt unterwegs. Aber jetzt ist es mal passiert, und ich bin an meinem grauen Wintermorgen über den Denkmalsplatz  in Leer gelaufen. Fast menschenleer war er. So kenne ich den gar nicht. Das Denkmal wurde zur Erinnerung an die Gefallenen und die Schlachten im deutsch-französischen Krieg von 1870/71 aufgestellt.

Rückkehr zu Hugh Walker

walkerHugh Walker: Alles Licht der Welt. Emmerich Books & Media. ISBN-13: 978-1507635919. 348 Seiten. 15 Euro (print, E-Book: 5,95 Euro).

In meinem Projekt »Ich lese erst einmal alles, was auf dem Stapel ungelesener Bücher liegt«, das ich Anfang des Jahres begonnen habe, habe ich jetzt »Alles Licht der Welt« von Hugh Walker beendet. In dem Buch sind eine Kurzgeschichte und drei (Heft-) Romane von Walker (alias Hubert Straßl) enthalten:

  • Alles Licht der Welt (Erstveröffentlichung 1966 als Madman Curry)
  • Der Wall von Infos (1972)
  • Rebellion der Talente (1971)
  • Das Signal (1997)

Der Sammelband ist Teil der Werkausgabe von Walker, die im Verlag Books & Media von Peter Emmerich erscheint. »Alles Licht der Welt« ist einer von zwei Bänden mit Science-Fiction-Storys. Walker war vor allem Horror- und Fantasyautor, sein SF-Werk ist vergleichsweise schmal.

Von Walker hatte ich als Jugendlicher lediglich die Romane »Der Ruf der Träume«, »Preis der Unsterblichkeit«, »Gefangene des Kosmos«, die Anfang der 1970er Jahre als als »Terra Astra«-Heftromane Nr. 32, 42 und 86 erschienen sind und 2014 in dem Sammelband »Realphantasie« wiederveröffentlicht wurden, gelesen. Die beiden ersten gehörten zu den wenigen Storys, die auch nach Jahrzehnten bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, wie ich in einem früheren Post dargelegt habe. Das übrige SF-Werk des Österreichers ist spurlos an mir vorbeigegangen.

Jetzt muss ich sagen: schade. Walkers Werke ragen aus der Masse der deutschsprachigen SF-Romane jener Zeit heraus. Der Österreicher hat es nicht so mit der Action, er kümmert sich vielmehr um das, was mit seinen Figuren passiert, legt ihre Gedanken und Gefühle offen. Das tut er mit in einer eindringlichen, zum Teil suggestiven Sprache, die den Leser in die Geschichte hineinzieht.

In »Der Wall von Infos« und »Rebellion der Talente« behandelt Walker dasselbe Thema: Ein alles regelnder Computer übernimmt nach und nach die Kontrolle und entmündigt den Menschen bis sie jede Individualität verloren haben und nur noch Maschinen sind. In beiden Geschichten steht eine Protagonist im Mittelpunkt, der aus dieser allumfassenden Kontrolle herausgefallen ist und seine Individualität wiederfindet.

Der Charakter eines Ortes

An »Die Rebellion der Talente« hat mir besonders gefallen, dass ich den Schauplatz der Story schon im ersten Absatz erkannt hatte, obwohl ich erst einmal in Wien war. Dadurch bin ich ein wenig selbst Teil der Geschichte geworden. Das passiert nicht in jeden Roman, der an einem Ort spielt, den ich kenne. Den Charakter eines Ortes einzufangen und ihn Teil de Handlungs werden zu lassen, gelingt vielen Autoren nicht. Walker stellt hier die dafür erforderlichen Fähigkeiten unter Beweis.

In »Das Signal« steht ein Mann im Mittelpunkt, der seinen Körper wie viele andere Menschen mit dem Geist eines Außerirdischen teilt und zeitweise von ihm gesteuert wird. Diese Aliens sind seit Jahrzehnten auf der Erde und arbeiten mit dem amerikanischen Militär zusammen. Es ist die Geschichte des Roswell-Ufos und der Area 51 aus einem anderen Blickwinkel.

In der Titelgeschichte »Alles Licht der Welt« wird ein ähnliches Thema behandelt: Ein junger Telepath tauscht den Körper mit einem ähnlich veranlagten blinden Bettler, der anschließend nicht wieder zurück will.

Walkers Storys heute noch einmal zu lesen, ist gewiss keine Zeitverschwendung. Mir haben sie gefallen. Als nächstes nehme ich ein Werk des Amerikaners Steve Berry vom Stapel ungelesener Bücher: Die Kolumbus-Verschwörung. Ausnahmsweise mal keine Science-Fiction. Aber es liegt schon seit zweieinhalb Jahren auf dem Stapel.