Rücksturz in eine »Lockende Zukunft«

Aus den Tiefen des Online-Antiquariats ist ein besonderes Buch in meinem Briefkasten gelandet: die erste Anthologie mit deutschen Science-Fiction-Kurzgeschichten überhaupt. Sie erschien 1957, also vor 61 Jahren, unter dem Titel »Lockende Zukunft. Eine utopische Anthologie« und versammelte 35 Geschichte deutscher SF-Schriftsteller. Ich bin gespannt, welche Perlen sich darin verstecken.

Hier ist das Inhaltsverzeichnis:

Wolfgang Jeschke: Der Türmer | Wlli Voltz: Mechanical Brain | Henry Bings: Begegnung | K. H. Scheer: Sie erkannten es nicht | Bernd Müller: Kommst Du? | Jorge Z. Lancha: Stützpunkt Mais | Bernd Müller: Sie kamen zum dritten Mal | Heinz Pradel: Die letzte Hoffnung | Lawson Marchfield: Der Warner | Peter Martin: Der Versuch | Jay Grams: Geheimnisvolle fremde Welt | Willi Voltz: Die andere Welt | Clark Darlton: Das Ende der Furcht | Heinz-Dieter Reiss: Die Ursache | Ernst W. Hulsch: Die entscheidende Sekunde | Thea Grade: Das Experiment | Henry Bings: Tod im Licht | Willi Voltz: Der Tod bringt den Beweis | Jürgen Duensing: Ruf der Vergangenheit | Willi Volts: Theorie und Praxis | Anna-Maria Best: Das Erbe der Götter | Rainer Eisfeld: Die Hölle auf Erden | Willi Voltz: Ein Stück Ewigkeit | Victor Jewers: Impulse | Ernst H. Richter: Die Rückkehr | Jay Grams: Die Welt im Atom | Willi Voltz: Der zehnte Planet | Manfred Caspar: Dramatische Signale | Willi Voltz: Keine Robot’s mehr für Venus | K. H. Biege: Phänomen um Mitternacht | Rolf Ulzheimer: Die Zeitmaschine | Willi Voltz: Der Schläfer | Norbert Nowak: Das ewige Leben | Gord W. Zetzmann: Die Chance war Null | Willi Voltz: Tödliche Gedanken

Den Auftakt macht Wolfgang Jeschke, später langjähriger SF-Herausgeber beim Heyne-Verlag. Die beiden Väter der PERRY-RHODAN-Serie, K.-H. Scheer und Clark Darlton, sind mit je einer Geschichte vertreten, der erst 19 Jahre alte Willi Voltz, beider Nachfolger als PR-Chefautor, gleich achtmal; fleißig, fleißig. Ernst H. Richter, Henry Bings und Rainer Eisfeld sind Namen, die im Zusamenhang mit der Geburt der deutschen SF und den Anfängen des Fandoms immer wieder auftauchen. Der Rest? Die Namen sagen allenfalls Experten etwas, viele waren als SF-Schriftsteller offenbar nur »Eintagsfliegen«.

Herausgeber war Henry Bings alias Heinz Bingenheimer, der Gründer der SF-Buchhandlung Transgalaxis, die inzwischen auch schon mehr als 60 Jahre auf dem Buckel hat. Erschienen ist das Werk im Bewin-Verlag Menden, einem der führenden Leihbuch-Verlage jener Zeit in Deutschland. Deshalb wundert es nicht, dass im Buch ein Stempel den »Praktischen Bücherverleih I. Walden« aus Duisburg-Meiderich als (ehemaligen) Eigentümer ausweist. »Geadelt« wurde das Buch durch das Clubsiegel des Science-Fiction-Clubs Deutschland, zu dessen Gründungsmitgliedern Bingenheimer gehörte.

Die Illustration zum Story „Die Ursache“ Heinz-Dieter Reiss.

Das Cover ist von Alfred Dudda, Schwerte, einem damals viel beschäftigen Titelbildzeichner. Jan Groenmeyer aus Iserlohn hat zu jeder Geschichte eine Illustration beigesteuert. Ich kann mir vorstellen, dass das Buch bei den Lesern gut angekommen ist.

Mal sehen, wie die vergangenen 60 Jahre den Geschichten bekommen sind.

»Hinterm Mond« und der Kurd-Laßwitz-Preis

Die Nominierungen für den Kurd-Laßwitz-Preis sind bekanntgegeben worden.

Die Nominierungen für den Kurd-Laßwitz-Preis für die besten Science-Fiction-Werke 2017 stehen fest. Auf den Listen stehen drei Autoren, die am 6. Oktober bei meiner Veranstaltung »Hinterm Mond 2018 – 2. Tag der Science-Fiction-Literatur« in Ostfriesland lesen werden: Andreas Brandhorst, Uwe Hermann und Uwe Post.

Herzlichen Glückwunsch allen Nominierten, auch den hier nicht genannten. Die Preise werden während des Elstercons am 23. September in Leipzig verliehen. Es besteht also eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass zwei Wochen später ein und vielleicht sogar zwei frischgebackene Kurd-Laßwitz-Preisträger in Leer lesen werden. Ein Grunde mehr, diese Veranstaltung nicht zu versäumen.

Der KLP wird jedes Jahr von SF-Profis in sieben Kategorien vergeben: Roman, Kurzgeschichte, Übersetzung, Grafik, ausländisches Werk in deutscher Erstausgabe und Hörbuch. Außerdem gibt es einen Sonderpreis für herausragende Leistungen im Bereich der deutschsprachigen SF. Wer im Einzelnen für was nominiert wurde, kann man auf der KLP-Homepage nachgelesen werden. Der undotierte KLP ist neben dem dotierten Deutschen Science Fiction Preis (DSFP) die wichtigste Auszeichnung in diesem Genre in Deutschland. Mit den Nominierungen für den DSFP ist in Kürze zu rechnen.

Dreimal Uwe Hermann

Uwe Hermann hat es auf drei Nominierungen – 1 x Roman, 2 x Kurzgeschichte – gebracht. Das muss ihm erst einmal einer nachmachen. Mich freut besonders, dass es seine Kurzgeschichte »Das Internet der Dinge« auf die Liste geschafft hat. Sie ist im Juni vergangenen Jahres in der Zeitschrift »Spektrum der Wissenschaft« (SdW) erschienen, und daran bin ich nicht ganz unschuldig. Denn auf meine Initiative hin veröffentlicht SdW seit Ende 2016 alle zwei Monate die Kurzgeschichte eines deutschsprachigen Autoren.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass drei Kurzgeschichten – von Frank Lauenroth, Jacqueline Montemurri und Oliver Koch – aus der Anthologie »Meuterei auf Titan« des Verlags Moderne Phantastik auf die Nominierungsliste stehen. In der Anthologie ist auch eine Story von mir – »Das letzte Mammut« – erschienen.

Wie in den letzten Jahren habe ich fast alle für den KLP nominierten Kurzgeschichten gelesen. Bei den deutschen Romanen sieht es dagegen »finster« aus: Ich habe davon bisher erst einen gelesen, aber immerhin liegen zwei weitere Werke schon auf dem Stapel noch nicht gelesener Bücher. Besonders hoch ist meine »Trefferquote« bei den Grafiken: Ich habe acht von zehn der nominierten Werke im Bücherschrank.

Auf ein Wort mit Andreas Brandhorst

Autor (links) und Veranstalter im Gespräch.

Auf der Buchmesse in Leipzig habe ich Andreas Brandhorst getroffen. Er hat dort seinen neuen Roman »Die Tiefe der Zeit« vorgestellt und anschließend signiert. Das war eine gute Gelegenheit, mit ihm ein paar Worte zu wechseln. Denn Andreas Brandhorst ist am 6. Oktober einer der Gäste meiner Veranstaltung »Hinterm Mond 2018 – 2. Tag der Science-Fiction-Literatur in Ostfriesland« im Kulturspeicher in Leer (Infos gibt es hier). Anfang Oktober soll sein nächster Roman erscheinen, und vielleicht wird seine Lesung in Leer die Weltpremiere.

Neues Buch von Andreas Brandhorst

Der neue Roman von Andreas Brandhorst ist da.

An diesem Donnerstag ist der neue Roman von Andreas Brandhorst, »Die Tiefe der Zeit«, erschienen. Warum ich das hier vermelde? Der Autor ist am 6. Oktober zu Gast bei meiner Veranstaltung »Hinterm Mond 2018«, dem 2. Tag der Science-Fiction-Literatur in Ostfriesland (Infos gibt’s hier). Über den Roman hat der Wiener SF-Autor und Fandom-Aktivist Roman Schleifer ein Interview geführt, das auf der Internetseite der Perry-Rhodan-Online-Community veröffentlicht wurde.

Offiziell öffentlich vorgestellt wird »Die Tiefe der Zeit« am 16. März auf der Leipziger Buchmesse, um 11.30 Uhr auf der Fantasy-Insel in Halle 4. Ich bin dabei und werde es mir nicht nehmen lassen, mein Exemplar signieren zu lassen. Darüber berichte ich bei Gelegenheit.

5000 Kilometer für die Science-Fiction

Fünftausend – das ist etwa die Zahl der Kilometer, die ich in diesem Jahr, so ist mein Plan, für mein Hobby, die Science-Fiction-Literatur, zurücklegen werde (überwiegend mit der Bahn, aber auch mit dem Flieger und dem Fahrrad). Vor allem im Herbst ist fast jedes Wochenende belegt. Mein Terminplan ist so voll, dass ich kaum noch Zeit für andere Dinge habe (zum Beispiel arbeiten).

Den Anfang mache ich in diesem Jahr mit der Leipziger Buchmesse. Die Absicht, dorthin zu fahren, hatten wir schon länger, aber es hat sich erst dieses Jahr machen lassen. Die Science-Fiction ist dabei nicht der Hauptantrieb, aber wird unweigerlich einen wichtigen Teil meiner Zeit beanspruchen. Es gibt dabei drei feste Termine:

  • Am 16. März, dem Tag unserer Ankunft, ist Abends eine Veranstaltung des Freundeskreises SF Leipzig und des Golkonda-Verlags mit Erik Simon sowie Angelika und Karl-Heinz Steinmüller, drei »Urgesteinen« der kritischen SF der DDR. Von den Steinmüllers habe ich bereits vor genau 30 Jahren »Pulaster« und »Der Traum vom großen roten Fleck« gelesen. Der Name Erik Simon ist mir schon länger geläufig, aber ich habe erst in diesem Jahr »Die Wurmloch-Odyssee« gelesen, die er zusammen mit den Steinmüllers geschrieben hat.
  • Man wird mich am 17. März an der Fantasy-Insel antreffen, wenn Andreas Brandhorst dort sein neues Buch »Die Tiefe der Zeit« vorstellt. Brandhorst wird im Herbst bei meiner SF-Veranstaltung »Hinterm Mond« in Leer lesen, und da ist es nahe liegend, dass ich versuche, ihn dort zu treffen. Bei der Gelegenheit kann ich mir gleich ein Buch von ihm signieren lassen.
  • Ebenso werde ich gelegentlich am PERRY-RHODAN-Stand auftauchen, um dort inzwischen alte Bekannte zu treffen und Kontakt zu dem einen oder anderen Autor aufzunehmen. PR-Autor Kai Hirdt ist bei »Hinterm Mond« auch dabei, aber den kenne ich schon länger.

Weiter geht es am ersten Juni-Wochenende: zum Garching-Con nach München. Das ist der Treff der PERRY-RHODAN-Szene schlechthin. Fast alle Autoren, eine große Zahl von Fandom-Aktiven, zu denen ich inzwischen selbst gehöre, und jede Menge Fans werden dort versammelt sein. Eine ganze Reihe davon kenne ich persönlich, viele aber bisher nur über Facebook oder gar nur namentlich.

Wenig später steht der Frankreich-Urlaub an. Wegen fehlender Sprachkenntnisse besteht wenig Gefahr, dass ich dort in Sachen SF aktiv werden (abgesehen natürlich von der einschlägigen Urlaubslektüre). Ich werde mich auf Kultur und Kulinarisches konzentrieren.

Vielleicht werde ich es schaffen, wenn wir Anfang Juli für zwei Tage in Berlin sind, einen Blick in den »Otherland«-Buchladen zu werfen. Weil ein Tag ein Sonntag ist, wird es knapp.

Richtig los geht es mit der SF-Reisetätigkeit am ersten September-Wochenende. Dann steht in Oberhausen die 2. Phantastika auf dem Programm. Vom 14. bis 16. September ist der Elstercon, eine weitere Gelegenheit, nach Leipzig zu fahren und Kontakt zur ostdeutschen SF-Szene zu bekommen. Weiter geht’s am letzten Septemberwochenende nach Köln: zum Coloniacon.

Eine Woche später steht der für mich wichtigste Termin des Jahres an, und dafür muss ich nicht einmal weit fahren, nur ein paar Kilometer: Ich veranstalte im Kulturspeicher in Leer/Ostfriesland, meinem Wohnort, Hinterm Mond 2018, den 2. Tag der Science-Fiction-Literatur in Ostfriesland. Außer den genannten Brandhorst und Hirdt kommen die Autoren Uwe Hermann und Uwe Post sowie der Kultur- und Medienwissenschaftler Bernd Flessner (hier gibt’s mehr Infos dazu).

Am darauffolgenden Wochenende steht ein Trip nach Hessen an: Es ist Buchmesse in Frankfurt und Buchmesse-Con in Dreieich.