Kaiser Wilhelm I.

*1797 †1888
Monarch
Aurich-Wiesens
Emden
Marienhafe
Norderney
Pewsum
Platz bei der Kirche
Stadtgarten
Marktplatz
Bismarckstraße
Ecke Schatthausstraße/Manningastraße

Der preußische König Wilhelm I. wurde 1871 in Versailles zum Kaiser des deutschen Reiches ausgerufen. Von fünf Denkmalen, die für den Hohenzollern-Monarchen errichtet wurden, stehen noch drei.

Das Denkmal in Wiesens besteht aus 13 Eichen. Zwölf Bäume wurden zu 1870 zu Ehren von zwölf Männern aus dem Dorf gepflanzt, die in den Krieg gezogen waren. Die 13. Eiche ist Wilhelm I. gewidmet. Der innerhalb des Ensembles stehende »Tjede-Stein« (bearbeiteter Granit auf Findlingen aufgemauert) erinnert der Sage nach an ein wunderschönes Bauernmädchen, das während des 30-Jährigen Kriegs an dieser Stelle tödlich getroffen wurde, als Mansfelder Soldaten ein Wettschießen veranstalteten. Aus dem Stein ist ein Flachrelief gehauen. Es zeigt oben ein Wiederkreuz, das auf einem gegabelten Stamm steht. Sein Herkunft ist ungeklärt.

Eine Postkarten mit dem Emder Denkmal für Wilhelm I.

Eine Möwe ziert das Denkmal von Norderney.

Im Stadtgarten in Emden bildeten die drei Denkmale für Wilhelm I., Kurfürst Friedrich Wilhelm und Preußen-König Friedrich II. ein Ensemble. Das Denkmal für den Kaiser ist verschwunden, die anderen beiden stehen heute an der Knock, der zu Emden gehörenen südwestlichen Landspitze der Krummhörn. Es ist ein Werk von Georg Küsthard, der auch die Büste Heinrich von Stephans und den Fürbringer-Brunnen in Emden schuf.

Auf dem Marktplatz von Marienhafe stand von 1872 bis 1944 ein Denkmal mit einer Büste des Kaisers. Es war sechs Soldaten aus dem Ort gewidmet, die den Frankreichfeldzug von 1870/71 überlebt hatten (Heinrich Krüger, Per Peters, Eimo Schipper, Heinrich Schmeding, Gerd Wessels und Dirk Zeeden). Nach dem Zweiten Weltkrieg war das steinerne Denkmal für kurze Zeit im Garten der heutigen Kindergartens aufgestellt. Der Kopf ist noch vorhanden und befindet sich in Privatbesitz. Am Standort des Denkmals steht seit 1992 ein Denkmal für den Piraten Klaus Störtebeker. Die Inschrift auf dem Denkmal, das von dem Emder Steinbildhauermeister H. Banke geschaffen wurde, lautete: »Gott war mit uns – Ihm sei die Ehre«.

Das Norderneyer Denkmal wurde 1899 zur Erinnerung an die Reichseinigung von 1871 vor der Bismarckstraße errichtet. Einen ersten Entwurf lieferte Paul Wallot, der Erbauer des Reichstagsgebäudes in Berlin. Der endgültige Entwurf stammt von dem Bildhauer Georg Küstardt aus Hannover. 75 deutsche Städte, Provinzen und Private stifteten Steine, die zu einem Obelisken zusammengefügt wurden. Die Nordseite des Denkmals schmückte ursprünglich eine Bronzebüste von Kaiser Wilhelm I., die Spitze zierte der Preußische Adler, zur Einfriedigung dienten Ankerketten aus dem Marinearsenal Wilhelmshaven. Büste, Adler und die Plakette »Vom Fels zum Meer« wurden 1917 als Metallspende zur Fertigung von Kanonen abgeliefert. Mitte der 30er Jahre stiftete die Gemeinde Norderney eine Möwe für den freien Platz der Kaiserbüste.

 

In Pewsum steht das Denkmal für Wilhelm I. in der Mitte eines Kreisverkehrs. Es zeigt auf der Vorderseite ein kupfernes Medaillon mit dem Abbild des preußischen Königs und deutschen Kaisers Wilhelm I. Auf der Rückseite ist in gleicher Höhe eine deutsches Kreuz mit einer Krone und der Jahreszahl 1870 angebracht. Auf dem Sockel sind auf allen vier Seiten des Denkmals Marmortafeln mit den Namen von Gefallenen »in den ruhmreichen Feldzügen« aus der Krummhörn und der Datumsangabe »10. September 1911« angebracht.


Quellen: