Der Ruf der Träume ist nie verhallt

Titelbild Real-Phantasie, 2014

Hugh Walker: Real-Phantasie. Emmerich Books & Media. ISBN-13: 978-1503216969. 327 Seiten. 15 Euro (print, E-Book: 5,95 Euro).

Über die Neuausgabe von Hugh Walkers 40 Jahre alten Terra-Astra-Romanen »Ruf der Träume«, »Preis der Unsterblichkeit« und »Gefangene des Kosmos« unter dem Titel »Real-Phantasie« durch den Verlag Emmerich Books & Media Konstanz habe ich mich gefreut. Denn sie gehörten zu den ersten »richtigen« SF-Romanen, die ich als Jugendlicher gelesen habe, und sind mir – wenn auch nur vage – stets in Erinnerung geblieben. Vor einigen Jahren habe ich mir aus reiner Nostalgie den originalen »Ruf der Träume« bei Ebay ersteigert, den Text vorsichtig Seite für Seite eingescannt und auf meinem Kindle gelesen (ein ganz schöner Aufwand, nicht wahr?).

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Gut versteckte Beiträge

Screenshot der Mars-Seite
Screenshot der Mars-Seite von Gerd Küveler

Über die Seite des Verlags von Dieter van Reeken, der sich um die Neuausgabe vergessener deutscher Science-Fiction verdient macht, bin ich auf einige – für SF-Fans – lesenswerte Beiträge von Prof. Dr. Gerd Küveler von der Hochschule Rhein-Main in Rüsselsheim gestoßen. Es geht darin um den Mars, Hans Dominik, die Zukunft und die ersten deutschen SF-Comics. Continue reading „Gut versteckte Beiträge“

Die bunte Welt der Weltraumtaschenbücher

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Die  Screenshot der Internetseite www.weltraumtaschenbuch.de

Wer wie ich spätestens bin den frühen 70er-Jahren angefangen, hat Science-Fiction zu lesen, konnte sie noch »live und in Farbe« kennenlernen, die Weltraumtaschenbücher von Goldmann. Mit ihren extravaganten, teilweise sehr abstrakten Titelbildern zogen sie gleich den Blick auf sich, ob sie einem nun gefielen oder nicht. Ich habe seinerzeit aber nur noch ein paar Ladenhüter erwischt, die die Jahrzehnte nicht schadlos überstanden haben.

Jetzt haben die Cover von Eyke Volkmer eine Wiederauferstehung erlebt.

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Zeitreise mit einer Prise Heimatduft

temporalRalf Boldt: Der Temporalanwalt.
Verlag p.machinery, Murnau. 188 S. 9,90 Euro.
ISBN-13: 978-3957650160.

Ralf Boldt, ein gebürtiger Norder, hat den ersten ostfriesischen Science-Fiction-Roman geschrieben. Na ja, fast. Eine Sekretärin aus Leer und der Friedhof in Pewsum spielen nur eine Nebenrolle. Temporalanwalt Hans-Jürgen Grießau ist vor allem in Oldenburg (wo Boldt arbeitet) und im Ammerland (wo er wohnt) tätig. Dort, im Moor von Husbäke, lässt der geheimnisvolle Harm Meesters die Temporalkuppel bauen, ein Institut zur Erforschung der Zeitreise.

Wie es in Zeitreise-Romanen so ist, ist bald nichts mehr so, wie es scheint. Das muss auch Temporalanwalt Grießau feststellen. Zuerst kümmert er sich nur um die juristischen Fallstricke für seinen neuen Auftraggeber, aber dann wird er immer weiter in ein undurchsichtiges Spiel gezogen, ohne wirklich etwas zu begreifen – vor allem, als plötzlich immer wieder eine Frau in Schwarz wie aus dem Nichts auftaucht und genauso so schnell wieder verschwindet, kommt er nicht mehr mit.

Das ist die Schwäche des schön ausgeklügelten Plots, der so manche Überraschung bietet: Grießau ist passiv, nur ein Beobachter, ein Manipulierter, er nimmt nie das Heft des Handelns in die Hand. Das spektakulärste Abenteuer, eine missglückte Zeitreise, die einen Mitarbeiter aus der Temporalkuppel im Jahr 300 fast in einem frühgermanischen Dorf stranden lässt, verfolgt Grießau in einer Videoaufzeichnung.

Aber dem Unterhaltungswert des Debüts von Ralf Boldt tut das keinen Abbruch. Der Roman ist kurz (188 Seiten), flott zu lesen und mit einer ordentlichen Prise Heimatduft gewürzt. Was will man mehr?

(Ostfriesen-Zeitung, 28.11.2014)

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Interstellar – na ja

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Ich wollte eine Rezension über »Interstellar« schreiben. Aber ich habe es mir anders überlegt, denn über den Film ist schon genug mehr oder weniger Schlaues geschrieben worden. Also mache ich es ganz kurz: »Interstellar« ist zu lang, an vielen Stellen vorhersehbar, an anderen unlogisch und am Ende auch noch kitschig. In Erinnerung bleiben die zum Teil großartigen Bilder.

Völlig überflüssig finde ich übrigens die Diskussion darüber, wie wissenschaftlich exakt der Film in Bezug auf Relativitätstheorie, Schwarzen und Wurmlöcher ist. Das ist das Letzte, was ich von einem guten SF-Film erwarte. Darum hat sich schon Georges Méliès nicht geschert, als er 1902 den ersten Science-Fiction-Film –  Le Voyage dans la Lune – drehte.