Nachruf auf Achim Mehnert

Achim Mehnert beim ColoniaCon 2016, mit Bernd Robker alias Robert Corvus im Nacken.

Der deutsche Science-Fiction-Schriftsteller Achim Mehnert ist wenige Tage vor seinem 57. Geburtstag in Köln gestorben. Plötzlich und unerwartet, wie man so sagt.

Ich kannte Achim nur flüchtig; wir sind uns in den vergangenen vier Jahren, seitdem ich im SF-Fandom unterwegs bin, drei-, viermal über den Weg gelaufen und haben kaum mehr als ein Dutzend Worte gewechselt. Ich habe auch kaum einen seiner Romane gelesen; dabei war Achim sehr aktiv, schrieb unter anderem für die „Ren Dhark“-Serie, für „Raumschiff Promet“, und gelegentlich war er auch in den Ausläufern des Perryversums unterwegs. Ich habe seinen Blog verfolgt, auf dem er viel über seine Schriftstellerei und das SF-Fandom geschrieben hat.

Sein Tod könnte mich relativ gleichgültig lassen, er war nur ein flüchtiger Bekannter. Warum er mich trotzdem betroffen gemacht hat? Achim war einer der letzten Originale des deutschen SF-Fandoms, ein unverwechselbarer Charakter. Seit seiner Jugend war er aktiv, hat an die 30 Jahre den Coloniacon in Köln mitorganisiert, wo viele aus der Szene ihn îm September das letzte Mal getroffen haben. Der ColoniaCon ohne Achim – fast undenkbar. Solche Typen sind rar geworden im Fandom, und wenn sie gehen, bricht etwas aus seinem Fundament weg, das nicht zu ersetzen ist. Wir werden ihn vermissen.

Wieder mehr Zeit zum Lesen

Karl Heinz Steinmüller und Erik Simon beim Griechen in Leipzig.

Meine fannische Reisetätigkeit habe ich für dieses Jahr eingestellt: keine Conventions mehr, keine Lesungen mehr, nichts dergleichen. Die wenigen noch verbleibenden Wochenenden bleibe ich zu Hause, wenn ich nicht gerade arbeiten muss, oder kümmere mich um andere Dinge, die nichts mit Science-Fiction und dem Fandom zu tun haben (da ist noch diese Pink-Floyd-Ausstellung in Dortmund).

Das geplante Jahresprogramm habe ich komplett abgewickelt; dass die Phantastika zunächst abgesagt wurde und dann auf einen anderen Termin und von Oberhausen nach Berlin verlegt wurde, ließ sich aber nicht auffangen.


Leipzig, München, Köln…

Wo bin ich gewesen? Zweimal in Leipzig (Buchmesse im März, ElsterCon im September), beim GarchingCon Anfang Juni in München-Trudering, beim ColoniaCon Ende September in Köln und beim Buchmesse-Con Mitte Oktober in Dreieich-Sprendlingen mit Abstecher zur Buchmesse im benachbarten Frankfurt. Da sind einige Hundert Bahn-Kilometer und einige Buchkäufe zusammengekommen. Dazu kam Anfang Oktober meine eigene Veranstaltung, »Hinterm Mond« in Leer mit Andreas Brandhorst, Uwe Hermann, Kai Hirdt und Uwe Post.

Jede dieser Veranstaltungen war etwas Besonderes mit vielen Begegnungen, interessanten Vorträgen und Panels. Höhepunkte waren die Fahrten nach Leipzig und der GarchingCon, aus ganz unterschiedlichen Gründen. München war die intensive Begegnung mit dem Perryfandom. Einen solch engen Kontakt mit den Machern und Lesern der Perry-Rhodan-Serie gibt’s sonst wohl nirgends, und man trifft viele Leute, von denen man schon mal gehört oder gelesen hat. Ich glaube, als Besucher des GarchingCons bekommt man einen guten Eindruck davon, wie das Perryfandom tickt und wie die Stimmung ist.

Leipzig hat mir dagegen den ersten Kontakte mit dem ostdeutschen (Ex-DDR-)Fandom gebracht. Das wiederum tickt anders als das heftromangeprägte Fandom im Westen, dass sich in Garching bzw. Trudering und in Köln trifft. Da hat man Gelegenheit, Autorenlegenden wie den Steinmüllers oder Erik Simon über den Weg zu laufen. Mir hat es außerdem die unmittelbare Begegnung mit dem Golkonda-Verlag, der nicht nur Bücher der Steinmüllers neu herausbringt, gebracht. Man erhält ganz andere Einblicke, wenn man mit den auch noch sehr umgänglichen und freundlichen Machern persönlichen Kontakt hat, und am liebsten würde ich alle Bücher kaufen, die dort erscheinen. Unvergesslich wird wohl auch das »Schneechaos« am Messe-Sonnabend bleiben, wobei der Begriff »Chaos« nur auf den Verkehr zutrifft: vereiste Straße, übervolle Straßenbahnen, Zug- und Flugausfälle.

Begegnung beim GarchingCon in München (von links): Jo Romic, Bernd Robker alias Robert Corvus, Ulf Fildebrandt und Gerhard Huber mit Gucky, dem Plüsch-Mausbiber.

Bücher habe ich natürlich bei den diversen Veranstaltungen wieder viel zu viele gekauft, andererseits: Man kann nie genug davon haben. Aber da ich jetzt nicht mehr so viel unterwegs bin, werde ich mehr Zeit haben, sie zu lesen. Dummerweise bekommt man auch noch Bücher geschenkt, die den Stapel vergrößern, ohne dass man etwas dafür kann.


Zeit für neue Reisepläne

Die freie Zeit kann ich auch dafür nutzen, Pläne fürs nächste Jahr zu schmieden. Was kommt da auf mich als reisenden SF-Fan zu? Im Februar wird Band 3000 der Perr-Rhodan-Serie in München vorgestellt. Das »Raum-& Zeit-Continuum« in Braunschweig, wenn es denn überhaupt stattfindet, wäre auch mal eine Reise wert. Ende Mai sind die 3. Perry-Rhodan-Tage in Osnabrück (der nächstgelegene Con überhaupt), und im Sommer geht es zum WorldCon nach Dublin. Im Herbst stehen der BuCon in Dreieich und der PentaCon in Dresden an. Und die beiden Buchmessen in Leipzig (März) und Frankfurt (Oktober) kommen auch noch in den Kalender. Das hört sich wieder nach vielen Kilometern und vielen Büchern an. Mir kommt es viel vor, aber ich weiß, dass es Truefans gibt, die da noch ganz andere Strecken zurücklegen.

Das war’s mal wieder im Second Life

Die Kurzgeschichte »Der Heftromanmord« spielt im SF-Nerdmilieu. Im Hintergrund seht ihr die Wohnung des Opfers, wie sie sich BukTom Bloch vorstellt.

Zum zweiten Mal habe ich eine Lesung im Second Life gemacht, beim 2. Virtuellen Literaturcon von Thorsten Küper alias Kueperpunk Korhonen. Ein ganzer Haufen interessanter Leute war dazu versammelt, als Zuhörer und Zuschauer ebenso wie als Beteiligte. Meine Lesung der Kurzgeschichte »Der Heftromanmord«, ein Kurzkrimi, haben ungefähr 30 Leute verfolgt. Das ist mehr, also bei vielen Lesungen im wirklichen Leben zusammenkommen. Gut, die sind wohl nicht nur meinetwegen da gewesen, aber egal, sie haben zugehört und anschließend applaudiert. Anschließend hatte ich  Gelegenheit und Muse, einige der folgenden Lesungen zu verfolgen.

Ob wohl jemand die Anspielungen verstanden hat, wenn ein gewisser Kommissar Brunner den Tod eines Mann namens Stefan König aufklären muss? Und jemand bei der Firma Frick arbeitet?

Es hat eine Menge Spaß gemacht, es war anregend, und ich hoffe, dass ich ebenfalls ein wenig dazu beigetragen habe, den anderen einen unterhaltsamen Abend zu bieten.

Wer sich nicht auskennt: Das Second Life ist eine komplexe virtuelle Welt, in der man sich am Computer mit Avataren bewegen kann.  Kueperpunk Korhonen und einige andere »Verrückte« wie  Barlok Barbossa und BukTom Bloch, die im wirklichen Leben natürlich ganz anders heißen, organisieren schon seit Jahren Veranstaltungen vielerlei Art – Lesungen, Ausstellungen, Konzerte – in dieser ungewöhnlichen Welt. Eine ganze Reihe von Autoren, die ich aus dem wirklichen Leben kenne und denen ich schon persönlich begegnet bin, haben dort gelesen. Auch bei diesem Con saßen ein paar Bekannte im Publikum oder haben selbst gelesen. Es ist im Second Life also gar nicht so viel anders als im wirklichen Leben, dem Real Life. Man muss sich nur daran gewöhnen, dass man die Leute nicht auf Anhieb erkennt, denn die Avatar können ein beliebiges Aussehen annehmen; der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt (und manche Avatare, ist mein Eindruck, lassen tief ins Innere der Besitzer blicken).

Ich nennen mich im Second Life fiksleer und bin als junger Mann im Anzug unterwegs. Das ist ein Standard-Avatar. Man sieht, ich will mich nicht allzu sehr der virtuellen Realität hingeben.

Lesung in virtueller Umgebung

Ein Mann liegt erschlagen vor einer Parkbank. Kommissar Johann Brunner ermittelt.

In ein paar Tagen habe ich eine öffentliche Lesung im Second Life. Thorsten Küper, in der virtuellen Welt bekannt als Kueperpunk Korhonen, hat mich zum Zweiten Virtuellen Literaturcon eingeladen. Ich werde dort am Sonnabend, 20. Oktober, ab 19 Uhr eine halbe Stunde lang lesen.

Dazu hat Thorsten auf dem Bucqqhmesse-Convent in Dreieich ein Interview mit mir geführt, das es hier zu sehen gibt.

Der 2. VLC läuft über zwei Tage. Geboten Lesungen aus verschiedenen Genres, eine Diskussionsrunde und Musik. Ich lese einen Krimi vor. Er trägt den Titel »Der Heftromanmord« und hat nur indirekt „irgendwas mit Raumschiffen“ zu tun.

Hier erfahrt ihr, wie ihr beim Virtuellen Literaturcon zum Publikum werdet.

  1. Es gibt zwei Möglichkeiten. Wer als Zuschauer dabei sein will, braucht zwei Programme, die parallel laufen:
    1. Ein Programm, mit dem sie/er ins Second Life kommt. Ich verwende dafür Firestorm . Das Programm muss auf dem Rechner installiert sein. Läuft das Programm und ihr habt euch registriert, könnt ihr über diesen Link zum Ort der Lesung teleportieren. Da ich kein VL-Profi bin, weiß ich nicht, ob und welche Alternativen es zu Firestorm gibt.
    Weil es bei früheren Veranstaltungen Probleme mit der Soundübertragung gegeben hat, wird außerdem
    2. Discord benötigt. Diese App läuft im Browser. Man muss sich registrieren und dann einem Server beitreten. Der heißt in diesem Fall »BrennendeBuchstaben« und hat diese Adresse: https://discord.gg/P3x79Xw.

Wer nur zuhören möchte und auf die Bilder keinen Wert legt, verzichtet einfach auf Firestorm.

Für das phantastisches Bühnenbild ist übrigens Burkhard Tomm-Bub alias BukTom Bloch verantwortlich. Mein Dank ist ihm gewiss. Hier gibt’s ein paar Schnappschüsse.

Das war »Hinterm Mond 2018«

Eröffnung mit dem Kurzfilm »Das Internet der Dinge« nach einer Kurzhgeschichte von Uwe Hermann. Foto: K. Ortgies

Beim 2. Tag der Science-Fiction-Literatur in Ostfriesland wurde dem Publikum einiges geboten: Weltpremieren, ein Film, exklusive Neuigkeiten, hochinteressante Diskussionen und jede Menge spannende und lustige Geschichten. Rund 30 SF-Liebhaber nicht nur aus Ostfriesland waren am 6. Oktober zu »Hinterm Mond 2018«, dem von mir veranstalteten 2. Tag der Science-Fiction-Literatur im Kulturspeicher in Leer zusammengekommen, um sich von Andreas Brandhorst, Uwe Hermann, Kai Hirdt und Uwe Post in ferne Welten und interessante Zeiten entführen lassen. Alle vier meisterten diese Herausforderung mit Bravour. Bernd Flessner, der einen Vortrag über ein SF-Thema halten wollte, hatte wegen Krankheit kurzfristig abgesagt. So blieb für alle anderen etwas mehr Zeit.

Nach dieser erfolgreichen zweiten Auflage ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es auch »Hinterm Mond 3« geben wird. Wer darüber auf dem Laufenden bleiben will, sollte sich für den »Hinterm Mond«-Newsletter weiter unten registrieren lassen.


 


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