Mit dem Kepler-Simulator kann man die Umlaufzeit von Exoplaneten berechnen
Wer als Science-Fiction-Autor/Autorin über Exoplaneten in fernen Sternensystemen schreibt, braucht manchmal astronomische Angaben. Man kann sich leicht die physikalischen Merkmale eines Planeten ausdenken, wie groß oder schwer er ist, die Tageslänge, wie weit er vom Zentralgestirn entfernt im All kreist. Aber da wird es eventuell schwierig, denn zumindest in unserem Universum ist die Umlaufzeit (Jahreslänge) eines Planeten abhängig von seiner Entfernung vom Zentralgestirn und nicht beliebig wählbar. Die Umlaufzeit zu berechnen, hilft dieses Tool:
Universaler Kepler-Simulator
Umlaufzeit365.25 Tage(= 1.00 Erdjahr)
Bahngeschwindigkeit29.78km/s
System Vergleich
System
Masse (M☉)
Abstand (AE)
Umlaufzeit
v (km/s)
* Berechnung basiert auf T = √(a³ / M) und v = √(G · M / r).
Es sind zwei Angaben erforderlich: die Masse des Sterns in Sonnenmassen (1 M☉ = ~2 × 10²⁷ Tonnen) sowie der Abstand zum Zentralgestirn in Astronomischen Einheiten (1 AE = ~150 Millionen Kilometer). Bei der Sternenmasse gibt es einige Beispiele zur Vorauswahl, sie lässt sich selbstverständlich auch »benutzerdefiniert« eingeben. Den Abstand kann man mit dem Schieberegler bis zehn AE einstellen; für höhere Werte muss das Eingabefeld darüber benutzt werden.
Den Kepler-Simulator habe ich mit KI-Hilfe erzeugt. Grundlage ist das Dritte Keplersche Gesetz in seiner allgemeinen Form (sagt Gemini).
Ob das der richtige Ansatz ist, kann ich nicht sagen. Aber die Ergebnisse sind für die Planeten des Sonnensystems korrekt; also werden sie wohl auch für andere Systeme richtig sein. Es geht hier ohnehin nicht um exakte Ergebnisse, sondern um Plausibilität.
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Ein rotes Auto kam langsam die Straße hinaufgefahren. Martha sah es durch das Dachfenster der alten Kirche. Es gab sonst wenig Abwechslung in diesem Kaff. Seit die Umgehungsstraße fertiggeworden war, kam kaum noch ein Fremder hierher. Die Einheimischen und deren Autos kannte sie alle.
Martha hatte schon am frühen Morgen damit begonnen, die schadhaften Dachziegel abzuheben und durch neue zu ersetzen. Irgendetwas hatte ein Loch in die Pfannen geschlagen. Der Pfarrer vermutete, dass es ein großes Hagelkorn beim letzten Unwetter vor ein paar Tagen war. Aber Martha hielt das für unwahrscheinlich. Das Hagelkorn hätte so groß wie ein Fußball sein müssen, um ein solches Loch zu hinterlassen.
Der Wagen musste kurz stoppen, weil eine Elster auf der Straße gelandet war. Martha konnte nicht erkennen, was den Vogel so sehr faszinierte, dass er vor dem herannahenden Wagen nicht aufgeschreckt wurde. Vermutlich war es etwas Fressbares, vielleicht eine Maus, die am Morgen von einem der Traktoren, die mit ihren Anhängern unterwegs zu den Rübenfeldern gewesen waren, überfahren worden war.
Schließlich flog die Elster mit einem empörten Krächzen davon. Der Wagen fuhr weiter und kam schließlich auf dem kleinen Parkplatz neben der Kirche zum Stehen. Martha hörte, wie der Motor ausgestellt und eine Tür geöffnet wurde. Sie musste sich weit vorbeugen, um etwas erkennen zu können. Aber die Person, die ausstieg, vermutlich ein Mann, trug einen breitkrempigen Hut, so dass sein Gesicht nicht zu sehen war. Er machte ein paar Schritte auf die Kirche zu und verschwand aus Marthas Blickfeld.
Wenig später hörte sie Stimmen, die von unten heraufdrangen. Zwei Männer unterhielten sich. Das eine war der Pfarrer. Martha erkannte es am starken Lispeln. Die andere Stimme war tief und wohlklingend. Sie war sicher, dieser Person noch nie begegnet zu sein. Vermutlich der Besucher mit dem roten Auto.
Es dauerte ein paar Minuten, dann tauchte der Kopf des Pfarrers in der Bodenluke auf. »Hallo, Martha«, sagte er nur. Für die Reparaturarbeiten am Dachstuhl, die sie fast abgeschlossen hatte, hatte er nur einen kurzen Blick. Stattdessen musterte er die Bretter, die als Decke ins Kirchenschiff eingezogen worden waren. Auf ihrer Unterseite waren sie aufwändig bemalt, aber von oben sahen sie wie ganz normale Bretter aus. Martha fragte sich schon, wonach der Pfarrer suchen mochte, als er sich nach unten beugte und »Hier ist nichts zu sehen« hinunterrief.
Ah, dachte Martha, das ist bestimmt jemand von der Versicherung. Die wollen wissen, ob noch mehr als ein paar Dachpfannen beschädigt sind.
»Lassen Sie mich mal«, hörte Martha den Mann mit einem wohlklingenden Bariton rufen. Der Pfarrer verschwand nach unten. Stattdessen tauchte wenig später der Hut auf, und schließlich stand der unbekanne Besucher auf dem Dachboden.
Er war noch jung, kaum älter als Martha, und trug einen blauen Overall. Er hatte ein hübsches Gesicht und strahlte Martha an. Er gefiel ihr auf Anhieb.
»Moin, junge Frau. Ich möchte mich hier ein wenig umsehen.«
»Nur zu.«
Martha machte eine einladende Handbewegung. Der Mann kam auf sie zu und musterte die neu eingesetzten Pfannen.
»Wo war das Loch genau, und wie groß war es?«, wollte er wissen.
Martha zeigte ihm die Stelle im Dach und zeichnete mit dem rechten Zeigefinger die Umrisse des Lochs nach.
»Ich habe Fotos gemacht. Wenn Sie sie sehen wollen.…«
»Vielleicht später.«
Der Mann holte ein Stück Papier, ein Mobiltelefon und einen silberfarbenen, fingerdicken Stift aus seiner Brusttasche. Den Stift zog er mit einer schnellen Handbewegung zur mehrfachen Länge aus. Er tippte ein paar Mal auf das Handy, hielt es mit dem Stift zusammen gegen die von Martha bezeichnete Stelle am Dach, sah auf den Zettel, und drehte alles ein paar Mal hin und her, bis er offenbar die richtige Stellung gefunden hatte.
»Sehen Sie mal dort nach, an der Stelle, auf die der Stift zeigt«, forderte der Mann Martha auf.
Martha sah ihn verwirrt an. Was wollte der von ihr?
»Nun machen Sie schon. Einfach mal nachsehen. Ist nicht gefährlich.«
Martha richtete ihren Blick auf die Stelle, auf die der Stab zeigte. Dort quoll etwas von der Glaswolle, mit der die Kirche offenbar isoliert worden war, zwischen dem Abschluss der Balken und der Außenmauer hervor. Sie konnte nichts erkennen. Sie nahm ihre Taschenlampe, die sie auf den Boden gelegt hatte, denn es war hier oben hell genug zum Arbeiten, und leuchtete die Stelle an. Jetzt sah sie etwas Dunkles schimmern, das in die Glaswolle eingedrungen zu sein schien.
»Da ist was!«
Mit zwei Schritten war der Mann neben ihr, bückte sich und nahm das dunkle Etwas zwischen Daumen und Zeigefinger der rechten Hand. Es war etwa so groß wie eine Kastanie.
»Wusste ich’s doch«, sagte er triumphierend und richtete sich auf. Er strahlte übers ganze Gesicht und sah richtig glücklich aus. Das gefiel Martha.
»Was ist das?«, fragte sie und trat so nah an ihn heran, dass sie ihn fasst berührte.
Der Mann setzte ein spitzbübischen Grinsen auf.
»Das, meine Liebe, hat das Loch in euer Kirchendach geschlagen. Ein Meteorit. Vor ein paar Tagen ist hier in der Gegend ein kosmisches Brocken beim Flug durch die Atmosphäre auseinandergebrochen.«
Davon hatte Martha gehört.
»Wie damals in Russland?«
»Genau, Tscheljabinsk, 2013.«
Der Mann wandte sich wieder der Luke zu, als wollte er gehen. Schnell streckte Martha die Hand aus.
»Darf ich?«
Der Mann legte den Stein vorsichtig in ihre Hand. Sie ließ ihn ein paarmal durch die Finger kreisen. Der Meteorit erwies sich als kühl und viel schwerer, als Martha erwartet hatte. Seine Oberfläche war glatt, fast glasartig.
»Was passiert damit?« Sie gab ihm den Stein zurück.
Der Besucher verstaute ihn in einer seiner vielen Taschen und machte sich an den Abstieg.
»Wir untersuchen ihn, und dann kommt er vielleicht in die Ausstellung.«
Martha sah ihn fragend an.
»In der Sternwarte in der Kreisstadt, ich arbeite da.«
Der Mann war schon wieder bis zur Brust in der Dachluke verschwunden.
»Kommen Sie doch einfach mal vorbei, ich zeige Ihnen dann alles. Fragen Sie nach Erik«, sagte er, lächelte und lupfte zum Abschied seinen Hut.
»Das werde ich machen«, erwiderte Martha. Dabei war ihr der Meteorit eigentlich schnuppe.
Anfang März 2026 durchschlug ein Meteorit in Koblenz das Dach eines Wohnhauses (Link). Als ich diese Nachricht hörte, fiel mir eine Kurzgeschichte ein, die schon einige Zeit auf der Festplatte »verstaubte«. Sie war Ergebnis einer täglichen Schreibaufgabe. Diese lautete: Schreibe eine Kurzgeschichte von mindestens 300 Wörtern, in denen diese vier Begriffe – Vogel, Meteorit, Dachstuhl, vorbeugen – in verschiedenen Sätzen vorkommen. Du hast eine halbe Stunde Zeit. Für die Veröffentlichung habe ich sie leicht nachbearbeitet.
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Rückblick: 370 Zuhörer folgten dem Phantasten und Querdenker auf den Spuren der außerirdischen Besucher
Hier dokumentiere ich einen Text, den ich 1993 als Redakteur der Ostfriesen-Zeitung über einen Besuch von Erich von Däniken in Ostfriesland geschrieben habe. Ich nehme darauf in einem Blogpost über sein Buch »Erinnerungen an die Zukunft« Bezug.
Hesel. Am Schluß drängeln sich die Fans um ihn. Sie legen ihm die Bücher aufs Rednerpult. Der kleine Mann schreibt schwitzend, bei seiner fast zweistündigen Reise „auf den Spuren der All-Mächtigen“ ist ihm warm geworden. Da schiebt sich ein junger Mann zwischen die Autogrammjäger, eine Frage hat er nur: „Herr von Däniken, ist Ostfriesland das verunkene Atlantis?“
Das weiß auch der Mann nicht, der sich einen Phantasten und Quertreiber nennt. 370 Menschen war es 25 Mark wert, ihn hautnah zu erleben. Die Genossenschaftsbanken im Kreis Leer hatte von Däniken am Freitag ins Jagdhaus „Kloster Barthe“ nach Hesel geholt.
Seit 25 Jahren schreibt er Buch um Buch, hält einen Vortrag nach den anderem und hat sogar eine eigene Fernsehserie. Nur um immer wieder zu fragen: Warum soll es nicht so gewesen sein, daß einst Außerirdische die Erde besucht haben?
Däniken hielt sich nicht mit langen Vorreden auf. Gleich ließ er seine gesammelten Indizien auf das Publikum los. Da war von Weltraumstädten und Flugobjekten die Rede, die in alten indischen Schriften beschrieben werden. Er berichtete von heiligen Stätten, die wie Perlen an einer Schnur zwischen Dänemark und Griechenland aufgereiht sind, von geheimnisvollen Sternenstraßen in den Pyrenäen. Auch die „heiligen Linien“ in Ostfriesland ließ er nicht aus. Der Upstaalsboom als deren Zentrum, das kam beim Publikum an, auch wenn es ein ziemlich alter Hut ist. Dazu gab es viele Dias: geheimnisvolle Ruinen in Bolivien, das unvermeidliche „Raumfahrer“-Relief von Palenque in Guatemala* als Zeugnis mißverstandener Technologie. Dann Computerbilder von einem Raumfahrzeug, das angeblich nach einer Beschreibungen der Bibel rekonstruiert wurde. Aber auch neuere Fotos hatte er dabei, von einem südamerikanischen Indianerstamm, der um einen völlig in einem Strohanzug verborgenen Menschen tanzt. Er sagte nicht, daß es ein Raumanzug sein solle. Aber es könnte einer sein: „Ich nehme mir die Freiheit, das anders zu sehen als die Wissenschaftler.“
Erich von Däniken reihte unermüdlich eine Spekulation an die andere, fesselte mit Worten und Bildern. Die offenbar ewige Sehnsucht der Menschen nach dem Geheimnisvollen ist sein Kapital. Dabei ist er kein Eiferer, kein Scharlatan, sondern offenbartief von dem überzeugt, was er den Menschen an Merkwürdigkeiten bietet.
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* Palenque liegt in Mexiko, ich bin 2023 selbst dort gewesen.