Zehn Lieblingssachbücher

Ich bin ein begeisterter Leser von Sachbüchern. Wenn mir ein Sachbuch, das eine Interessante Lektüre verspricht, unter die Augen kommt, muss ich es kaufen und gleich lesen. Dafür lasse ich (fast) jeden Roman liegen.

Hier ist eine Liste mit zehn Lieblingssachbüchern (Bücher mit ISBN sind noch lieferbar; Stand 10/2016).

Hansjörg Küster: Die Geschichte der Landschaften in Mitteleuropa

Wer dieses Buch gelesen hat, läuft mit anderen Augen durch die Gegend und sieht, wie der Mensch in Jahrtausenden die Landschaft verändert hat, selbst dort, wo man von »Natur« spricht.
ISBN 978-3406453571

Guy Deutscher: Du Jane, ich Goethe (was für ein blöder Titel)

Ich habe schon viele Bücher über Sprache gelesen, aber dieses hat mich gelehrt, wie Sprachentwicklung funktioniert und dass Veränderung ein elementarer Bestandteil jeder Sprache ist.
ISBN 978-3406578281

Helga Abret/Lucian Boia: Das Jahrhundert der Marsianer

Der Mars war schon immer mein Lieblingsplanet, und dieses Buch aus Bibliothek der Science-Fiction-Literatur,  der »Weißen Reihe«,  des Heyne-Verlags bietet den absoluten Überblick. Einziges Manko: Es ist von 1984.

Samuel Eliot Morrison: Admiral des Weltmeeres

Als Columbus-Biografie unerreicht.

Urs Bitterli: Die Entdeckung Amerikas

Für jemanden, der sich wie ich für das Thema interessiert, ist das ein unentbehrliches Standardwerk.
ISBN 978-3406421228

Tzvetan Todorov: Die Eroberung Amerikas. Das Problem des Anderen

Ich fand schon als Jugendlicher die erste Begegnung zwischen Europäern und Amerikanern den spannendsten Moment der Menschheitsgeschichte. Todorov erklärt, warum die Amerikaner nicht gewinnen konnten.
ISBN 978-3518112137

John Reed: 10 Tage, die die Welt erschütterten

Der Augenzeugenbericht der Novemberrevolution in Russland. Ein journalistisches Glanzstück.
ISBN 978-3886340927

Jared Diamond: Arm und reich

Ein sehr anregendes Buch, in dem es unter anderem um die Auswirkung der Geografie eines Kontinents auf dessen kulturelle Entwicklung geht und das die Frage beantwortet, warum in Afrika keine großen Tiere domestiziert wurden.
ISBN 978-3596172146

Victor Klemperer: LTI

Seitdem ich dieses Buch über die Sprache des Dritten Reiches gelesen habe, benutze ich Formulierungen wie »auf Hochtouren laufen« oder »bei Nacht und Nebel« nicht mehr. Jeder, der mit Sprache zu tun hat, sollte das Buch kennen.
ISBN 978-3150203651

Eric Hazan: Die Erfindung von Paris

Paris ist faszinierend. Ich bin schon oft dort gewesen (zuletzt eine Woche vor den Anschlägen vom 13. November 2015). Nach der Lektüre dieses Buchs habe ich angefangen, die Stadt zu verstehen.

Nachruf auf die CCPS

discovery
Das Logo der Christopher Columbus Philatelic Society

Ich stehe vor der nicht ganz leichten Aufgabe, einen Nachruf zu schreiben, einen Nachruf auf die Christopher Columbus Philatelic Society. Die CCPS war bis zu diesem 12. Oktober 2016 ein internationaler Verein von Briefmarkensammlern, die sich für Columbus und die Entdeckung Amerikas interessierten. Zu heute wurde er aufgelöst, weil ihm die Mitglieder wegstarben und sich niemand fand, der die Vorstandsarbeit leisten wollte/konnte. Erst gestern ist ein früherer Clubpräsident, Overton T. Harris, von uns gegangen.

Die CCPS wurde vor 34 Jahren in San Juan/Puerto Rico gegründet, am 12. Oktober 1982. Der 12.10. ist der Tag, an dem Columbus im Jahr 1492 auf einer Bahamas-Insel erstmals amerikanischen Boden betrat. Die Gründer kamen aus mehreren Ländern, waren aber überwiegend weiße Amerikaner wie auch der Großteil der später einige Hundert Mitglieder. So weit ich das beurteilen kann, haben die meisten von ihnen ein eher unkritisches, wenn nicht sogar bewunderndes Verhältnis zu Columbus, obwohl jedem klar sein müsste, dass der Seemann aus Genua alles andere als ein Vorbild ist und der Erste in einer langen Reihe von Europäern war, die das Verderben nach Amerika brachten.

Ich war als Nummer 537 von 1998 bis heute Mitglied der CCPS. Auf den Verein war ich durch Recherchen im Internet gestoßen, damals noch etwas ganz Neues. Seinerzeit beschäftigte ich mich intensiv mit Columbus und dem Zeitalter der Entdeckungen und suchte nach Gleichgesinnten zum Austausch. Die vereinseigene Zeitschrift Discovery!, die seit 1982 viermal im Jahr erschien, bot die Möglichkeit, Artikel zu veröffentlichen. Weil ich kein Briefmarkensammler im klassischen Sinne bin, habe ich immer versucht, historische Aspekte zu betonen. Da ging es zum Beispiel um die Taino, die Ureinwohner der Karibik, oder das Columbus-Denkmal in Bremerhaven. Briefmarken waren immer nur der Aufhänger.

Besuch im Archivo dello Stato in Genua mit Michel Pacou (rechts).
Besuch im Archivo dello Stato in Genua mit Michel Pacou (rechts).

Mit der CCPS in Genua

Ein besonderes Erlebnis war 2003 ein Treffen mit anderen CCPS-Mitgliedern in Genua, dem wahrscheinlichen Geburtsort Columbus’. Dies war eines der sogenannten internationalen Seminare, die Michel Pacou, ein CCPS-Mitglied aus Frankreich, an verschiedenen Orten in Europa organisiert hatte. Ich war der mit Abstand Jüngste unter lauter Ruheständlern, aber wir haben uns gut verstanden. Das Programm mit Besuchen und Besichtigungen — unter anderem im Staatsarchiv, wo es Originaldokumente von Columbus gibt — war hochklassig, wir sind an Orte gekommen, die man sonst nie gesehen hätte. Das hätte eine professionelle Reiseagentur nicht besser hinbekommen.

Das wird es jetzt alles nicht mehr geben. Schade, aber kein Grund zu verzweifeln.
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Alle Ausgaben der Mitgliederzeitschrift Discovery! gibt es auf der Website von CCPS-Mitglied Peter van der Krogt aus Utrecht als pdf-Datei zum Runterladen.

Hier geht’s zu meiner Columbus-Website

Mehr Bücher über Columbus

Urlaub 2015 in Spanien
Im Franziskaner-Kloster La Rábida im Süden Spaniens fand Christoph Columbus Unterstützung.

Meine umfangreiche Literatursammlung über Christoph Columbus ist um einige Exemplare reicher. Das sind die Neuanschaffungen der letzten Zeit:

Cover Seewölfe
Titelbild der Erstausgabe von 1977 von Firuz Askin

1. Der Heftroman »Die Insel des Columbus« von Roy Palmer (Pseudonym für Holger Friedrichs) wurde 1977 im Erich Papel Verlag KG in Rastatt (heute VPM) als Nummer 52 in der Reihe »Seewölfe. Korsaren der Weltmeere« 🔗 veröffentlicht. Eine E-Book-Neuauflage erscheint seit 2012; sie heißt jetzt »Seewölfe. Piraten der Weltmeere«. »Die Insel des Columbus« trägt darin die Nummer 38. Weil ich das Heft noch nicht gelesen habe, weiß ich nicht, ob es überhaupt etwas mit Columbus und seinen Entdeckungsfahrten zu tun hat.

2. Der Roman »Die Kolumbus-Verschwörung« von Steve Berry, ein Thriller, der 2014 bei Blanvalet erschienen ist (Originalausgabe: »The Columbus Affair« 🔗, New York 2013. Berry ist ein international erfolgreicher Autor, der Thriller zu historischen Themen verfasst.

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Titelbild Cristobal Colón en La Rábida y América

3. »Cristobal Colón en La Rábida y América« ist ein bunt bebildertes Heft für Kinder, das 2015 in der Edition Familia de Jesús des Franszikaner-Ordens in Huelva/Spanien erschienen ist. Darin erzählt Diego, der Sohn von Christoph Columbus, vom Kloster La Rábida 🔗, das den Entdecker unterstützt hat, und der Entdeckung Amerikas. Das habe ich eben dort gekauft, im Kloster La Rábida.

4. Die Biografie »Christoph Kolumbus. Korsar und Kreuzfahrer« der Schweizer Historikerin Corina Bucher 🔗, erschienen 2006 zum 500. Todestag des Entdeckers. Das Buch stand schon lange oben auf meiner Anschaffungsliste.

Zum erweiteren Themenkomplex der »Entdeckung Amerikas« gehören außerdem die beiden Sachbücher

findeisen
Titelbild Vinland

5. »Vinland« von Jörg-Peter Findeisen, einem Historiker und Skandinavien-Experte. Darin geht es um »Die Entdeckungsfahrten der Wikinger von Island nach Grönland und Amerika.« Erschienen 2011 im Verlag Ludwig in Kiel.

6. »Wurde Amerika in der Antike entdeckt?« von Hans Giffhorn (C. H. Beck, München, 2013). Giffhorn war Professor für Kulturwissenschaft in Göttingen und Hildesheim sowie Dokumentarfilmer. Die These, die er im Buch zu belegen versucht: Die Chachapoya, ein Volk in Peru, hatten europäische Vorfahren (Karthager, Keltiberer). Das wird bei mir in die Abteilung »Das Transozeanische Syndrom« eingeordnet.

Meine Columbus-Literatursammlung enthält derzeit

192 Sachbücher und
69 belletristischen Bücher
von 227 Autoren (161 Sachbuch; 66 Belletristik)

sowie einer großen, nicht erfassten Zahl von Artikel aus Zeitschriften, Zeitungen und Internet.