Zehn Lieblingssachbücher

Ich bin ein begeisterter Leser von Sachbüchern. Wenn mir ein Sachbuch, das eine Interessante Lektüre verspricht, unter die Augen kommt, muss ich es kaufen und gleich lesen. Dafür lasse ich (fast) jeden Roman liegen.

Hier ist eine Liste mit zehn Lieblingssachbüchern (Bücher mit ISBN sind noch lieferbar).

Hansjörg Küster: Die Geschichte der Landschaften in Mitteleuropa

Wer dieses Buch gelesen hat, läuft mit anderen Augen durch die Gegend und sieht, wie der Mensch in Jahrtausenden die Landschaft verändert hat, selbst dort, wo man von »Natur« spricht.
ISBN 978-3406453571

Guy Deutscher: Du Jane, ich Goethe (was für ein blöder Titel)

Ich habe schon viele Bücher über Sprache gelesen, aber dieses hat mich gelehrt, wie Sprachentwicklung funktioniert und dass Veränderung ein elementarer Bestandteil jeder Sprache ist.
ISBN 978-3406578281

Helga Abret/Lucian Boia: Das Jahrhundert der Marsianer

Der Mars war schon immer mein Lieblingsplanet, und dieses Buch aus Bibliothek der Science-Fiction-Literatur,  der »Weißen Reihe«,  des Heyne-Verlags bietet den absoluten Überblick. Einziges Manko: Es ist von 1984.

Samuel Eliot Morrison: Admiral des Weltmeeres

Als Columbus-Biografie unerreicht.

Urs Bitterli: Die Entdeckung Amerikas

Für jemanden, der sich wie ich für das Thema interessiert, ist das ein unentbehrliches Standardwerk.
ISBN 978-3406421228

Tzvetan Todorov: Die Eroberung Amerikas. Das Problem des Anderen

Ich fand schon als Jugendlicher die erste Begegnung zwischen Europäern und Amerikanern den spannendsten Moment der Menschheitsgeschichte. Todorov erklärt, warum die Amerikaner nicht gewinnen konnten.
ISBN 978-3518112137

John Reed: 10 Tage, die die Welt erschütterten

Der Augenzeugenbericht der Novemberrevolution in Russland. Ein journalistisches Glanzstück.
ISBN 978-3886340927

Jared Diamond: Arm und reich

Ein sehr anregendes Buch, in dem es unter anderem um die Auswirkung der Geografie eines Kontinents auf dessen kulturelle Entwicklung geht und das die Frage beantwortet, warum in Afrika keine großen Tiere domestiziert wurden.
ISBN 978-3596172146

Victor Klemperer: LTI

Seitdem ich dieses Buch über die Sprache des Dritten Reiches gelesen habe, benutze ich Formulierungen wie »auf Hochtouren laufen« oder »bei Nacht und Nebel« nicht mehr. Jeder, der mit Sprache zu tun hat, sollte das Buch kennen.
ISBN 978-3150203651

Eric Hazan: Die Erfindung von Paris

Paris ist faszinierend. Ich bin schon oft dort gewesen (zuletzt eine Woche vor den Anschlägen vom 13. November 2015). Nach der Lektüre dieses Buchs habe ich angefangen, die Stadt zu verstehen.

Blüten aus dem Zeitungsgarten

Weil bald Weihnachten ist, ist jetzt mal Zeit für eine Bescherung. Ich habe in diesem Jahr ganz sporadisch schiefe sprachliche Bilder in Zeitungsartikeln gesammelt. Hier sind ein paar Perlen.

  • »Während das Betreuungsgeld bundesweit ein Ladenhüter zu sein scheint…« – es liegt vermutlich wie Blei in den Regalen.
  • »Das Stromkabel rückt näher«
  • »Straßenausbau: Heute werden Weichen gestellt«
  • »Vogelgrippe in Barßel entdeckt« – Hatte sie sich dort versteckt?
  • »Der Spargel steht in den Startlöchern« – Sport für junges Gemüse
  • »Reformierte auf dem Weg in die Zukunft« – im Unterschied zu allen anderen? Das erste Mal seit 500 Jahren?
  • »Fördergeld soll in die Seeschleuse fließen« – und versandet dort?
  • »Die Frühkartoffeln starten dieses Jahr später« – als der Spargel?
  • »Strommasten sind gewachsen« – Mit was wurden die wohl gedüngt?

Ich habe die Quellen bewusst weggelassen, ich will ja niemanden vorführen. Aber vielleicht erkennt sich ja jemand wieder.

Es gibt eine Internet-Seite »Perlen des Lokaljournalismus 🔗« mit ganz vielen Stilblüten und lustigen Verschreibern. Denen will ich und kann ich keine Konkurrenz machen.

Wunderline – dit geldt echt Dengels

Mehr Rost als Wunder: Die Bahnlinie Groningen-Leer führt bei Weener über die Ems. Betrieben wird die Linie von der niederländischen Arriva, einem Ableger des britischen Tochterunternehmens der Deutschen Bahn.

In den Niederlanden gibt es The Wunderline Community. »Wunderline« ist der Name einer projektierten schnellen Bahnverbindung zwischen der nordniederländischen Provinzhauptstadt Groningen und Bremen über Leer und Oldenburg. Ziel ist eine Fahrzeit von 1:55 Stunden. Derzeit braucht man mit dem Personenzug zwei Stunden und 44 Minuten und muss in Leer umsteigen. Die »Wunderline« sorgt außerdem für eine erhebliche Abkürzung der Verbindung Amsterdam-Hamburg im Güterverkehr. Die Niederländer sind bereit, in den Ausbau viel Geld zu investieren.

Ich will mich jetzt nicht über den Sinn oder Unsinn eines solchen Bahnprojekts auslassen. Auch nicht darüber, was eine Bahnstrecke mit einem Wunder zu tun hat,  ausgerechnet bei den calvinistischen Niederländern.

Es geht mir vielmehr um das Wort <Wunderline> . Das ist ein Mischwesen aus dem deutschen Wort <Wunder> und dem englischen <line>. Obwohl das Projekt aus den Niederlanden ist, kommt das Niederländische nicht vor. Eine deutsche <Wunderlinie> und die englische <wonder line> hießen auf Niederländisch <wonder lijn>. Weil es sich um eine niederländisch-deutsche Linie handelt, wäre <Wunderlijn> passender gewesen.

»Wunderline« – das ist echtes Denglisch. Wie heißt das wohl auf Niederländisch: Dit geldt echt Dengels?

Sprachstümper

Auf dem Weg zum Wochenmarkt in einer ostfriesischen Kreisstadt bin ich heute an diesen Hinweisen vorbeigekommen. Sie hängen in einem Durchgang (Passage).

abegg

Die Botschaft ist eindeutig, aber falsch geschrieben – und zwar auf beiden Zetteln, was ein Versehen ausschließt. Klar, dass sich bei diesem Wetter Obdachlose ein trockenes Plätzchen zum Schlafen suchen. Da ist so eine Passage ideal. Die Eingänge sind so weit weg, dass Regen oder Schnee auf keinen Fall bis zum Schlafplatz gelangen können, und in diesem speziellen Fall gibt es sogar eine genügend große Nische, so dass auch gelegentliche nächtliche Passanten ungehindert durchgehen können und der Schlafende nicht bemerkt wird. Wenn dort der eine oder andere pennt, wen stört’s?

Mir jedenfalls gehen Sprachstümper mehr auf den Keks.

Man spricht Plattdeutsch

plattLieber Ostfriesland-Besucher, wenn du das erste Mal hierher kommst und die Einheimischen nicht verstehst, wenn sie sich unterhalten, liegt es daran, dass sie Plattdeutsch reden (und nicht Holländisch, wie manch Ahnungsloser sich schon mal lautstark wundert). Die niederdeutsche Mundart ist hier noch verhältnismäßig weit verbreitet und vor allem auf den Dörfern die tägliche Umgangssprache. Aber keine Angst – die allermeisten Ostfriesen sprechen Hochdeutsch, viele sogar besser als Platt, so dass du überall gut zurechtkommen solltest. Continue reading „Man spricht Plattdeutsch“