Meuterei auf Titan – jetzt bestellen

cover_titanDie SF-Anthologie »Meuterei auf Titan« mit einer Zeitreise-Kurzgeschichte von mir kann jetzt als E-Book (VÖ: 30.7.) vorbestellt werden. Die Printausgabe erscheint im Herbst.

Zusätzliche Infos gibt es in diesem Blogpost von mir.

Das ist der erste Satz aus meiner Geschichte, deren Titel ich noch nicht verrate:

»Nun, wie hat Ihnen die Nilpferdjagd in Kolumbien gefallen?«

William Faulkner reißt eine Lücke (RüN 03)

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Bild: Greyerbaby

Einmal in der Woche blogge ich über mein aktuelles Schreibprojekt mit dem Kürzel RüN.

In der vergangenen Woche hatte ich über das Problem geschrieben, dass manchmal eine Geschichte in einem frühen Stadium eine unerwartete Dynamik entwickelt und die Handlung sich in eine Richtung bewegt, die ich als Autor nicht vorgesehen habe. Im Fall meines aktuellen Projekts RüN habe ich das Problem inzwischen mit Faulkners Methode gelöst. Denn der amerikanische Schriftsteller und Nobelpreisträger von 1949 hatte einst empfohlen: Kill your darlings. Continue reading „William Faulkner reißt eine Lücke (RüN 03)“

Eigenwillige Protagonisten (RüN 02)

Die Würfel sind noch nicht gefallen. Es ist noch alles möglich. Foto: gugue
Die Würfel sind noch nicht gefallen. Es ist noch alles möglich. Foto: gugue

Vor einer Woche habe ich den ersten Beitrag zu meinem neuen Schreibprojekt RüN veröffentlicht und seitdem viel darüber nachgedacht. Geschrieben habe ich, bis auf einige Notizen, nichts, weil mir Beruf und Privatleben nicht genügend Zeit ließen. Ist aber auch nicht schlimm. Eine Skizze für die Eröffnungsszene hatte ich schon vorher fertig.

Ich stelle jetzt schon fest, dass das Setting ihre eigene Dynamik und die Figuren ihre eigene Haltung entwickeln. Das führt dazu, dass sich die Handlung nicht so einfach in eine bestimmte Richtung lenken lässt, ohne dass es unglaubwürdig wirkt. Mir kommt es auf Glaubwürdigkeit sehr an. Meine Protagonisten sind normale Menschen, die sich wie solche verhalten sollen. Kaum eine/r wird zum Superhelden, nur weil sie/er sich in einer ungewöhnlichen Lage befindet.

Diese Erfahrung habe ich schon bei anderen Geschichten gemacht. Dann gibt es drei Möglichkeiten:

  • die Geschichte eine Zeit lang liegen lassen und weiter darüber nachdenken; manchmal kommt die Lösung des Problems nämlich wie von selbst.
  • der Dynamik der Geschichte folgen und sich überraschen lassen, was passiert.
  • eine andere Story schreiben.

In dieser frühen Phase setze ich noch auf Möglichkeit 1. Manchmal reicht es, einige Details am Setting oder bei den Protagonisten zu ändern, damit die Geschichte funktioniert.

Alle bisher veröffentlichten Beiträge aus meiner Schreibstube zu RüN sind hier gesammelt.

Aus meiner Schreibstube (RüN 01)

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Die Bleistifte sind gespitzt. Es kann losgehen. Foto: Monoar Rahman Rony

Vor einigen Tagen bekam ich Post von einem Verlag, einen richtigen Brief. Darin wurde ich eingeladen, eine Kurzgeschichte für eine Anthologie zu schreiben, die im kommenden Jahr erscheinen soll. Da war ich baff. Da hat jemandem meine Kurzgeschichtensammlung »Zeit für die Schicht« ziemlich gut gefallen.

Kann man da Nein sagen? Nein, kann man nicht. In meinem Kopf fing es an zu rattern, eine vage Idee, die ich schon länger hatte, ohne sie entwickelt zu haben, schob sich in den Vordergrund und rief: Nimm mich, ich bin genau die Richtige!

Da habe ich wieder nicht Nein gesagt und der Idee ein paar Tage Zeit gelassen, in meinem Kopf herumzuspuken, neue Verbindungen einzugehen, sich umzusehen, an Gestalt zuzulegen. Und siehe da, sie hatte Potenzial. Meine ich.

Inzwischen habe ich die Geschichte grob skizziert, den Handlungsfaden ausgelegt und einige Pflöcke eingeschlagen. Es geht um Politik und Aliens, und es kommen unter anderem ein Bundeskanzler und ein gebürtiger Tscheche vor (ich hatte noch einen passenden Namen übrig). Ich kenne die wichtigsten Handlungsorte und die Handlungszeit (der Flughafen Berlin-Brandenburg wird fertig sein), weiß ungefähr, wie die Aliens aussehen sollen, und habe einen Arbeitstitel, den ich noch nicht verrate (die Abkürzung lautet RüN).

Die Erfahrung zeigt aber, dass am Ende immer etwas anderes herauskommt als anfangs gedacht.

Ich werde  über das Vorhaben in diesem Blog eine Art Logbuch führen und immer wieder einmal Neuigkeiten rund um die Geschichte mitteilen. Das dient unter anderem dazu, mich unter Druck zu setzen. Ohne das geht es nicht. Das ist viel wichtiger als genügend Kaffee und eine störungsfreie Schreibumgebung.

Alle bisher veröffentlichten Beiträge aus meiner Schreibstube zu RüN sind hier gesammelt.

Das Kind braucht einen Namen: Teil 2

nachnamenAls Verfasser literarischer Texte kommt man schnell an den Punkt, an dem man seinen Figuren Namen geben muss. Das ist fast wie bei der Geburt eines Kindes. Den Namen wird die Figur ebenso wie das Kind ein Leben lang mit sich tragen, also übernimmt man als Autor jede Menge Verantwortung. Manche werden dieser Verantwortung gerecht, andere scheitern.

Wie im richtigen Leben gibt es bei der Namensgebung für eine literarische Figur keine verbindlichen oder einfachen Regeln. Ob jemand sein Kind Charlotte oder Chantal nennt, ist Geschmackssache und muss jeder selbst wissen. Die Entscheidung fällt allerdings im richtigen Leben nicht im luftleeren Raum, sondern ist von vielen Einflüssen abhängig. Es kann keinem Schriftsteller schaden, solche Regeln zu kennen (und sie gegebenenfalls zu ignorieren). Eine falsche Namenswahl kann einer Geschichte Schaden zufügen.

Der Beitrag hat mehrere Teile.

Teil 2: Familiennamen

Familiennamen wurden in Deutschland zu ganz unterschiedlichen Zeiten eingeführt. Ein einheitliches Namensrecht und die standesamtliche Eintragung des Namens gibt es erst seit 1875. Continue reading „Das Kind braucht einen Namen: Teil 2“