Neues Jahrbuch des Heimatvereins Leer

Der Heimatverein Leer hat jetzt (Nov. 2016) ein eigenes Jahrbuch. Heute lag Band 1 von »De Utmiener« in meinem Briefkasten. Unter dem gleichen Titel war bisher das Mitteilungsblatt des Vereins, der in Leer das Heimatmuseum betreibt, erschienen. Jetzt ist »De Utmiener« (was in diesem Fall so viel wie Ausrufer bedeutet) deutlich aufgewertet worden.

Auf 150 Hochglanzseiten im Din-A-5-Format mit zahlreichen Farbabbildungen werden nicht nur die üblichen Vereinsmitteilungen und Hinweise auf Veranstaltungen unter die Leute gebracht. Das Jahrbuch enthält auch fundierte inhaltliche Beiträge, etwa zu einer Ausgrabung in Leer, und glänzt mit einem Schwerpunkt über »Mennoniten in Ostfriesland«. In fünf Aufsätzen geht es um verschiedene Aspekte; einer führt sogar zu den Mennoniten nach Uruguay. Es gibt zudem Plattdeutsches und eine Rubrik zur Bewahrung alter Rezepte.

Über die Mennoniten gab es im vergangenen Jahr eine Sonderausstellung im Heimatmuseum. Derzeit wird dort eine Ausstellung mit dem Titel »Amisia« über die Ems gezeigt, die auch sehr interessant ist (wovon ich mich am Sonntag überzeugt habe).

Der neue »Utmiener« ist ein ehrgeiziges Projekt. Mal sehen, ob er sich auf Dauer in dieser Form halten kann.

Von den vier Enden meiner Welt

Himmelsrichtungen waren schon immer von großer Bedeutung für die Menschen.

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Auf dem Highway 550 bei San Ysidro in Neumexiko liegt mein persönlicher westlichster Aufenthaltsort  (Bild: Google Streetview)

Es ist mir im jüngsten Urlaub am Bodensee nicht gelungen, der Liste der von mir besuchten Länder ein weiteres, das 19., hinzufügen. Dabei waren wir bei unserem Ausflug auf den Säntis in der Ostschweiz keine 20 Kilometer Luftlinie von Liechtenstein entfernt. Man könnte das kleine Fürstentum von dort aus sogar sehen, wenn keine Berge davor wären; Konstanz war jedenfalls zu sehen und liegt fast 70 Kilometer entfernt.

Beim Blick auf die Weltkarte, auf der die bereisten Länder markiert sind, fragte ich mich, welches wohl von meinem Wohnort in Ostfriesland aus gesehen der nördlichste, östlichste, südlichste und westlichste Punkt auf der Welt war, den ich besucht habe. Die Himmelsrichtungen waren schon immer von großer Bedeutung für die Menschen: im Osten geht die Sonne auf, im Westen geht sie unter und im Süden erreicht sie ihren höchsten Stand (zumindest auf der Nordhalbkugel). Der Norden ist die Richtung, der man den Rücken zuwendet, wenn man nach Süden blickt.

Der Osten und der Norden waren für mich ganz einfach: Giżycko, das früher Lötzen hieß und in Ostpreußen liegt, haben wir 1995 bei einem Polen-Urlaub besucht; ein netter, kleiner Ausflugsort am Jezioro Niegocin (Löwentinsee) mitten in der masurischen Seenplatte. Tatsächlich sind wir aber wohl weiter nach Osten gekommen, denn die Straße von Giżycko nach Węgorzewo (21° 45′ O) macht einen Schlenker und erreicht in der Ortschaft Pozezdrze (21° 52′ O) ihren östlichsten Punkt.

Henne Strand (55° 44′ Nord) an der dänischen Westküste und Giżycko (21° 46′ Ost) in Nordpolen. In Henne Strand habe ich mit ein paar Freunden den Jahreswechsel 1981/82 gefeiert. Ich erinnere mich noch gut an die Fahrt in einem VW Fridolin von Bielefeld dorthin, es war arschkalt, und Dänemark lag unter einer dicken Schneedecke. Claudia hat einmal bis zu den Hüften in einer Schneewehe gesteckt.

Zumindest in der Luft war ich aber sehr viel weiter im Norden. Auf meinem Flug nach und von Neumexiko (Teilnahme an der Paleoamerican Odyssey Conference 2013) führte die Route an der Südspitze Grönlands entlang. Die liegt bei ~60° Nord.

Kairouan, Albuquerque oder Dallas

Beim südlichsten Punkt war es etwas schwieriger. Die Karte zeigte mir, dass Kairouan in Tunesien (35° 41’ Nord) und Albuquerque (35° 7’ Nord) fast auf einer Höhe liegen. Aber dann erinnerte ich mich an Dallas (32° 47’ Nord). Auf dem Dallas/Fort Worth International Airport musste ich umsteigen und verbrachte dort mehrere Stunden. Das zählt natürlich auch.

Kommen wir zum westlichsten Punkt meiner Reisen. Der liegt ebenfalls in den USA, in Neumexiko. Da gab es zwei Kandidaten: Da ist der Jemez Pueblo, ein Indiandergebiet mit ein paar beeindruckenden Felsformationen, das ich auf einer kleinen Neumexiko-Rundfahrt durchquerte. Das Visitor Center, an dem ich ausgestiegen bin, um die gegenüberliegenden, im Licht der untergehenden Sonne rot leuchtenden Felsen zu fotografieren, liegt auf 106° 40′ westlicher Länge. Nur ein paar Bogensekunden weiter westlich ist das Petroglyph National Monument (106° 35′ 9’’ West). Das ist ein kleines Schutzgebiet mit Hunderten von prähistorischen Felszeichnungen am westlichen Stadtrand von Albuquerque. Dort hatte ich übrigens eine Begegnung mit einem Roadrunner. Tatsächlich aber ist der westlichste Punkt, an dem ich jemals gewesen bin, aber auf dem Highway 550 in San Ysidro (106° N 35′ 31“ W). Dort kommt man durch, wenn man von Jemez Pueblo aus über Bernadillo nach Santa Fe fährt, aber es lohnt nicht auszusteigen.

Ich bin gespannt, ob es für diese persönlichen geografischen Extrempunkte jemals ein Update gegeben wird. Ich wollte schon immer mal nach Mexiko, um mir dort die Ruinen der Azteken und Maya anzusehen. Mexiko liegt bekanntlich südlich von Dallas. Das gäbe auch einen neuen Eintrag auf der Weltkarte.

Der Spatz und die Amsel

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Der Spatz ist der am leichtesten zu fotografierende Vogel, wenn er sich wie in diesem Biergarten darauf spezialisiert hat, von den Essensresten der Gäste zu leben. Wer genau hinsieht, wird erkennen, dass dem Vogel ein Fuß fehlt. Er hüpft auf einem Stumpf durch die Gegend. Das ist mir erst beim Durchsehen der Bilder aufgefallen.

Die Amsel ist nicht weniger vorwitzig, aber unverletzt.

  • Kamera Nikon D 700 mit AF-S DX Zoom Nikkor 55-200 mm f/4-5.6, Blende 5.6 bei 400 ASA.