Keine Angst vor Dükern

Wovor warnen in Ostfriesland die Schilder mit der Aufschrift »Vorsicht Düker«? Gefährliche Tiere und giftige Pflanzen sind es jedenfalls nicht.

Vorsicht Düker? Was verbringt sich im Nüttermoorer Sieltief?

An ostfriesischen Gräben (die hier Schloote heißen) und Bächen (Bäken) wird gelegentlich durch ein Schild mit der Aufschrift „Vorsicht Düker!“ vor etwas gewarnt. Hochdeutsche, die kein Plattdeutsch verstehen,  könnten eine ihnen unbekannte Gefahr vermuten. Lebt dort etwa ein gefährliches Tier oder sind Pflanzen am Ufer giftig? Aber keine Angst, wir sind nicht in Australien, wo die Menschen vor Krokodilen oder Haien gewarnt werden. Es ist alles ganz harmlos.

Der Warnhinweis ist nicht für ahnungslose Wanderer, Radfahrer oder gar Schwimmer (Wer schwimmt schon in einem Schloot?) gedacht, sondern zum Beispiel für Leute, die den Graben reinigen oder die Uferböschung mähen wollen. Als Düker werden Versorgungsleitungen für Strom, Gas oder Telefon bezeichnet, die unterhalb eines Fließgewässers verlaufen, also quasi darunter hindurchtauchen. Düker ist das plattdeutsche Wort für Taucher. Man soll also aufpassen, dass man nicht versehentlich beim Ausbaggern eine Leitung zerfetzt und den Bagger unter Strom setzt.

Erste Ausfahrt mit Anhänger

Wer in der Stadt wohnt braucht kein Auto, finde ich. Aber Transportkapazitäten sind trotzdem nötig.

Das Gespann ist bereit für den ersten „Schwertransport“.

Weil ich seit einigen Monaten kein Auto mehr mein eigen nenne, stellt sich selbstverständlich manchmal die Frage: Wie bringe ich etwas Schweres von A nach B, zum Beispiel das Altglas, das sich bei uns im Keller in einer Kiste ansammelt. Ich habe mir deshalb einen kleinen Fahrradanhänger zugelegt (ein richtiges Lastenrad wäre etwas überdimensioniert gewesen). Heute habe ich damit die erste Fahrt unternommen. Bis es soweit war, waren einige Hürden zu unternehmen.

Hürde 1: Bei Fahrradhändlern kannst du dir zwar Dutzende E-, Mountain- und City-Bikes ansehen. Aber keine Anhänger. „Werden zu wenig nachgefragt“, lautete die Antwort jedes Mal, wenn ich fragte.

Hürde 2: Das Angebot im Internet ist vielfältig und unübersichtlich. Dabei unterscheiden sich die Anhänger im Wesentlich nicht voneinander. Sie bestehen aus einem Rohrgestell mit zwei Rädern dran, einer Deichsel und einer herausnehmbaren Plastikwanne. Die Tests und Bewertungen ergeben aber kein einheitliches Bild. Ein Anhänger, der von einem über den grünen Klee gelobt wird, wird von der anderen als Schrott bezeichnet. Am Ende habe ich einen nicht ganz billigen Anhänger der Marke Roland von meiner Werkstatt besorgen lassen.

Hürde 3: Der Anhänger war innerhalb von ein paar Tagen geliefert. Einschließlich Anhängerkupplung. Die passte aber nicht ohne Weiteres an mein Fahrrad. Der nötige Adapter war nicht vorrätig und musste bestellt werden. Nun, auf die paar Tage Wartezeit kam es auch nicht mehr an.

Eine kleine Umstellung erfordert es schon, mit einem zusätzlichen wackelnden Gewicht zu fahren. Man braucht mehr Platz und muss darauf achten, dass der Anhänger nicht irgendwo übersteht. Der Kurvenradius wird größer. Außerdem neigt der Anhänger vor allem leer zum Hüpfen, wenn es über Unebenheiten in der Fahrbahn geht, und davon gibt es auf einigen Radwegen mehr als genug.

Ein kleiner erfreulicher Nebenaspekt: Der Anhänger bietet den Platz für den einen oder anderen Aufkleber. Beim Auto kam das nicht infrage.

Der erste Aufkleber ist schon eintrudelt.

Begegnung mit Juri Gagarin

In Erfurt ist dem ersten Menschen im Weltraum ein Denkmal gesetzt worden. Die Monumentalplastik ist ein Werk von Lew Kerbel.

Meine erste Begegnung mit Juri Gagarin in Erfurt.

Vor zwei Wochen (Ende Juni 2021) habe ich Juri Gagarin in Erfurt einen Besuch abgestattet. Natürlich nicht ihm persönlich, denn der erste Mensch im Weltraum kam bereits 1968 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. 1963 besuchte er Erfurt. Ihm zu Ehren wurde am 12. April 1986, am 25. Jahrestag seines Flugs, in der heutigen thüringischen Landeshauptstadt ein Denkmal aufgestellt. Zur feierlichen Enthüllung kam Siegfried Jähn, der erste Deutsche im All.

Das Denkmal steht in einer Grünanlage an der Ecke Juri-Gagarin-Ring und Krämpferstraße. Hinter ihm ragt ein großer Wohnkomplex elf Stockwerke hoch in den Himmel. Geschaffen wurde die überlebensgroße Büste von dem sowjetischen Bildhauer Lew Kerbel, Schöpfer heroisierender Monumental-Bronzeplastiken. Sein bei uns bekanntestes Werk dürfte der riesige, mehr als sieben Meter hohe Karl-Marx-Kopf in Chemnitz (ehemals Karl-Marx-Stadt) sein.

Wir logierten bei unserem zweiten Erfurt Besuch im gegenüberliegenden Radisson-Blu-Hotel. Mit 17 Etagen ist es das höchste weltliche Gebäude in der Stadt. Es wurde in den 1970er Jahren am Rande der Altstadt gebaut und hieß bis 1995 – wohl nicht von ungefähr – Hotel Kosmos. Es gab ein Restaurant »Galaxis«, und das Café hieß »Orbit«. Leider war davon im Hotel nichts mehr zu bemerken. Restaurant und Café konnten wir allerdings nicht besuchen, weil beide pandemiebedingt noch nicht wiedereröffnet worden waren.

Leider zu spät habe ich erfahren, dass es in Erfurt ein weiteres »Denkmal« für Gagarin gibt. An einem Haus am Juri-Gagarin-Ring gibt es ein großes Graffiti, das das schon fast ikonische Gagarin-Bild mit dem Raumhelm und der Aufschrift »CCCP« zeigt. Das sehen wir uns beim nächsten Erfurt-Besuch an.