Science-Fiction-Autor auf stählernen Abwegen

Schriftsteller George R. R. Martin hat in Santa Fe eine Eisenbahnstrecke gekauft. Mit SF wie Science-Fiction hat das nichts zu tun, auch wenn es um die SFSR geht.

1879 erreichte die Eisenbahn den kleinen Ort Lamy in Neumexiko. Das Gemälde von Willard Andrews ist aus der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Science-Fiction und Eisenbahnromantik, passt das zusammen? Schon für Jules Verne, unbestritten der Pionier der technisch orientierten SF, gehörten Dampfloks und Zugfahrten zum Alltag und hatten nichts Phantastisches an sich. Die Beziehung zwischen SF und Eisenbahn besteht vielmehr auf der persönlichen Ebene. Ich kenne in der SF-Szene einige, die sich für große und kleine Loks begeistern können, mich eingeschlossen. Prominentester Fan dieser Sorte dürfte George R. R. Martin sein.

Martin, der mit »A Song of Ice and Fire« die Vorlage für die weltweit erfolgreiche Fernsehserie »Game of Thrones« schrieb, hat im Sommer 2020 zusammen mit zwei Partnern eine ganze Eisenbahnlinie gekauft – die Santa Fe Southern Railroad (SFSR). Ihr Ziel: Den 2012 zwischen Santa Fe, der Hauptstadt des US-Bundesstaats New Mexico, und der Ortschaft Lamy  eingestellten Zugverkehr zu reaktivieren und vor allem Erlebnistouren anzubieten.

Bis es soweit ist, müssen die neuen Eigentümer noch eine Menge Geld ausgeben. Dazu gibt es ein schönes Video auf der Homepage von George R. R. Martin. Fernseh-Junkies könnten die SFSR kennen. In der 51. Folge »Tödliche Fracht« der Serie »Breaking Bad« überfällt Walter White mit seinen Leuten einen Zug der Linie, um an eine Chemikalie zur Drogenherstellung zu kommen.

Als die Eisenbahn nach Neumexiko kam

Die Tatsache, dass Martin jetzt Eisenbahner ist, wäre an mir Eisenbahnerkind wohl vorbeigegangen, wenn ich nicht wegen eines Fotos recherchiert hätte, das mir vor ein paar Tagen in die Hände gefallen ist. Ich habe es 2013 in Santa Fe gemacht. Es ist die Aufnahme eines  Gemäldes von Willard Andrews (1899-1989), einem Historien- und Landschaftsmaler. Das Bild ist als »The Coming Of The Railway« bekannt und soll die Ankunft des ersten Zuges der Atchison, Topeka & Santa Fe Railroad in Lamy zeigen. Das war 1879. Das Gemälde selbst stammt aus den 1950er Jahren und ist im Parlamentsgebäude in Santa Fe ausgestellt.

Bisher ist es mir nicht gelungen, die Lok zu identifizieren. Dazu ist zu wenig zu erkennen. Sie ist eine »American Type«-Lok mit dem charakteristischen großen, trichterförmigen Schornstein und dem Kuhfänger, wie man sie etwa aus dem Film »The General« mit Buster Keaton aus dem Jahr 1926 kennt. Dieser Lok-Typ wurde von mehreren Firmen gebaut und speziell für die jeweilige Eisenbahngesellschaft ausgestattet.

Ein Gemälde des Bahnhofs von Santa Fe hing dort in meinem Hotelzimmer.

Santa Fe – ein Sehnsuchtsort

Santa Fe war für mich eine Art Sehnsuchtsort. Als Zwölf-, 13-Jähriger habe ich im Fernsehen die Westernserie »Westlich von Santa Fe« (Originaltitel »The Rifleman«) geschaut. Auch in anderen Western kam die Stadt vor, denn dort endete eine wichtige inneramerikanische Handelsroute, der Santa Fe Trail.

Am meistern aber war ich von den gelb-rot-silbernen amerikanischen Dieselloks, die mit etwas Glück zu Weihnachten auf der Modellbahnanlage im Spielwarenladen ihre Runden drehten, fasziniert. Die Züge sahen so ganz anders aus, als das, was auf unseren Schienen fuhr. Ganz groß prangte auf der Stirnseite mit den beiden bulligen Scheinwerfern der Name »Santa Fe«. Aus dem Märklin-Katalog erfuhr ich, dass die Loks für die Bahngesellschaft AT&SF – Atchison, Topeka & Santa Fe Railroad – fuhren. Leisten konnte ich sie mir damals von meinem Taschengeld nicht. Das reichte gerade mal für Science-Fiction-Hefte.

Die charakteristische Farbgestaltung der Santa-Fe-Loks wird „Kriegsbemalung“ (warbonnet) genannt. Foto: Roger Puta/gemeinfrei

Viele Jahre habe ich nicht mehr an Santa Fe und die AT&SF gedacht, bis ich 2013 die Gelegenheit hatte, die Stadt zu besuchen. Vielleicht, war meine Hoffnung, würde ich dort auf eine Spur der bulligen Loks (Es handelt sich um die zwischen 1949 und 1953 gebaute F7 der General Motors Electro-Motive Division) stoßen. Schon die erste Internet-Recherche sorgte für Enttäuschung: Diese Loks und die Fernzüge der AT&SF sind nie nach Santa Fe gefahren. Die transkontinentale  Strecke, die Kansas mit dem wilden Westen verbinden sollte, wurde wegen der schwierigen Geländeverhältnisse südlich an der Stadt vorbei nach Albuquerque und weiter in Richtung Pazifikküste geführt.

Die AT&SF baute 1880 lediglich eine knapp 30 Kilometer lange, von der Stadt Santa Fe bezahlte kurvenreiche Nebenstrecke, die am kleinen Bahnhof Lamy abzweigt. Sie wurde 1992 von der Santa Fe Southern Railroad übernommen, die dort 20 Jahre lang vor allem Güter transportierte und touristische Fahrten anbot. Eine weiter westlich verlaufende Strecke verbindet Santa Fe seit 2006 mit Albuquerque, der größten Stadt Neumexikos. Endstation ist Belen. Dort verkehrt der New Mexican Rail Runner Express, ein Nahverkehrszug. Der nördliche Teil der Strecke wurde dafür neu gebaut. Beide Strecken sind einspurig und wie die meisten in den USA nicht elektrifiziert.

Diesellok-Parade am Bahnhof Santa Fe:  Die EMD GP 15 der Santa Fe Southerrn Railway steht neben zwei Motive Power 36PH-3C-Loks des New Mexico Road Runner.

Eine Anekdote über den Bahnhof Lamy vermittelt zumindest ein bisschen Science-Fiction-Flair. Als die Wissenschaftler, die während des Zweiten Weltkriegs an der Entwicklung der US-Atombombe im »Manhattan Project« beteiligt waren, mit ihren Familien aus dem ganzen Land mit dem Zug nach Neumexiko kamen, mussten sie in Lamy »in the middle of nowhere« aussteigen. Von dort wurden sie zuerst nach Santa Fe und dann an ihre Arbeitsplätze im National Laboratory in Los Alamos, eine gute Autostunde von Santa Fe entfernt, gebracht.

Ein unscheinbarer Bahnhof und ein Kino

Der Kopfbahnhof von Santa Fe, immerhin die Hauptstadt eines US-Bundesstaats, ist seiner früheren und heutigen Bedeutung entsprechend enttäuschend klein. Er hat nur einen Bahnsteig und insgesamt vier kurze Gleise. Dort kann man nicht nur die modernen Doppelstockzüge des Rail Runners, gezogen von  Motive Power 36PH-3C-Loks, sehen, sondern auch die seinerzeit einzige fahrbereite Lok der Santa Fe Southern Railroad. Es handelt sich dabei um eine EMD GP 15 der General Motors Electro-Motive Division, die in den 1980er Jahren gebaut wurde. Inzwischen ist eine zweite Lok dieses Typs mit einem neuen Motor ausgestattet worden, meldete George R. R. Martin in seinem Blog. Auch ein paar historisch anmutende Personenwagen der Linie stehen dort herum – und tatsächlich einer der Aussichtswagen der AT&SF-Fernzüge aus Aluminium, auf dem die Aufschrift »Santa Fe« prangt.

Der Bahnhof von Santa Fe hat nur einen Bahnsteig.

Gleich hinterm Bahnhof liegt das Jean Cocteau Cinema. Das kleine Kino war zu der Zeit, als ich in Santa Fe war, gerade von Martin gekauft worden. An das Gebäude kann ich mich wegen einer mit blauen Glasplättchen umhüllten Säule am Eingang gut erinnern; das Kino war damals geschlossenen. Leider habe ich davon  kein Foto gemacht. Dort gibt es inzwischen einen Phantastik-Buchladen, in dem unter anderem ein Modell der schwebenden Kampfmaschinen aus dem Film »The War of the Worlds« von 1953 von der Decke hängt. Zumindest bei George R. R. Martin gehören Science-Fiction und Eisenbahn zusammen.

Ein Veteran im Schilderwald

Die Farbe blättert schon lange ab. Ein Verkehrsschild in Moormerland erinnert an die Zeit, als es in Ostfriesland noch keine Autobahn gab.

Seit mehr als 30 Jahr weist dieses Schild in Moormerland den Weg nach Rheine und nach Emden.

In Veenhusen in der Gemeinde Moormerland steht das vermutlich älteste Verkehrsschild in Ostfriesland. Es muss mehr als 30 Jahre alt sein und wird offenbar bei turnusmäßigen Kontrollen des Schilderwalds trotz seines erkennbar schlechten Zustands von den zuständigen Stellen konsequent ignoriert. 

Es handelt sich um einen »Vorwegweiser außerhalb von Autobahnen« (Zeichen 438 lt. Straßenverkehrsordnung). Das Schild steht kurz vor der Einmündung der Hauptstraße in die Bundesstraße 70, die dort Uthuser Straße heißt. Es geht rechts ins gut 20 Kilometer entfernte Emden, links wird auf das fast 140 Kilometer entfernte Rheine sowie auf einen Autobahnanschluss verwiesen. 

Das Autobahn-Schild ist nicht teil der Originalbeschriftung. Es wurde nachträglich aufgenietet, vermutlich 1989.

Laut Straßenverkehrsordnung soll jedes Verkehrszeichen den jeweils gültigen Qualitätsstandards entsprechen, um im öffentlichen Raum aufgestellt zu werden. Das ist bei diesem Schild längst nicht mehr der Fall. Die einst gelbe Oberflächenbeschichtung blättert ab, die ursprüngliche Farbe ist nur an ganz wenigen Stellen noch zu erahnen.  Nachts dürfte es kaum zu erkennen sein. Das Autobahn-Zeichen gibt einen Hinweis auf das Alter des Schilds. Es ist nicht Teil der Originalbeschriftung, sondern wurde nachträglich aufgenietet. Die nächstgelegene Abschlussstelle der Autobahn 31, Leer-West, war eine der ersten in Ostfriesland und wurde 1989 eröffnet. 

Das Schild weckt bei älteren Ostfriesen Erinnerungen an autobahnfreie Zeiten in der Region. Wer bis Anfang der 1990er Jahre ins Ruhrgebiet und darüber hinaus oder von dort nach Ostfriesland wollte, fuhr auf der B 70 bis Rheine.  Dort knickt die B 70 nach Westen in Richtung niederländische Grenze ab. Ostfriesen fuhren auf der B 482 über Emsdetten bis zur Anschlussstelle Greven der A 1, um von dort ins östliche Ruhrgebiet zur A 2 (Kamener Kreuz) zu gelangen. Die heutige A 31 Emden-Bottrop, auch Ostfriesen-Spies genannt, mündet rund 60 Kilometer weiter westlich auf die A 2. Ohne Autobahn dauerte die Fahrt von Ostfriesland ins Ruhrgebiet etwa anderthalb Stunden länger.

Wie wir mal einem Grammy-Gewinner beim Pizza-Bestellen halfen

In Mailand haben wir vor einigen Jahren den amerikanischen Songwriter Dennis Matkosky und dessen Frau Leslie getroffen. Jedes Mal, wenn im Radio der Song »Maniac« läuft, muss ich daran denken.

Das Caffè Verdi: Am Tisch rechts haben wir im Juni 2009 gesessen, neben uns die beiden Amerikaner. Die Deko hat sich in mehr als zehn Jahren kaum verändert. Bild: Cattura Production

Viele Leute verbinden mit bestimmten Situationen ihres Lebens Songs, die sie dabei gehört haben – sei es der erste Kuss mit dem heutigen Gatten, der peinliche Abschlussball in der Tanzschule oder ein besonderes Konzert –- und bei dem einem heute noch ein Schauer den Rücken runterläuft. Für mich ist »Maniac« so ein Song, weil er mich jedes Mal, wenn ich ihn höre, an eine besondere Begegnung denken lässt.

Vor mehr als zehn Jahren hatten wir am Ende unseres Italien-Urlaubs einige Stunden Zeit, um uns Mailand anzusehen. Wir waren mittags mit dem Zug aus Piacenza angekommen und mussten erst abends in den Nachtzug steigen. Wir sind auf das Dach des Doms geklettert und durch die Galleria Vittorio Emmanuelle geschlendert. Irgendwann wollten wir eine Kleinigkeit essen und gingen ins Caffè Verdi direkt neben dem berühmten Teatro alla Scala. Das Lokal war (und ist wohl heute noch) ein bisschen ein Trödelladen, denn es gab dort alte Noten, Schallplatten, Fotos, Zeitungen und mehr, und alles lag irgendwie rum. Der Restaurantteil war allerdings abgeteilt, aufgeräumt und musikalisch dekoriert.

Zwei Amerikaner kommen herein

Wir saßen dort an einem kleinen Tisch. Ich sah auf Fotos der Sängerin Maria Callas und des Tänzers Rudolf Nurejew, dazwischen stand eine Beethoven-Büste, und vielleicht wurden wir sogar mit Musik von Verdi beschallt. Links von uns waren zwei weitere Tische. An einem davon nahm wenig später ein Paar Platz. Dass es Amerikaner waren, war unüberhörbar. Sie waren etwa in unserem Alter. Der Padrone überreichte ihnen die Speisenkarte, die, wie schnell offensichtlich wurde, das Paar überforderte. Auch die Kommunikation mit dem Wirt scheiterte: Der eine konnte kein Englisch, die beiden Amerikaner kein Italienisch.

Weil ich Englisch gut und Italienisch ein wenig beherrsche, bot ich meine Hilfe an, die gerne angenommen wurde. Wenn ich mich richtig erinnere, wollte das Paar sich bloß eine Pizza teilen, hatte aber Sonderwünsche beim Belag, was es dem Wirt nicht klarmachen konnte.

Wir kamen ins Gespräch. Die beiden Amerikaner, Dennis und Leslie, machten eine Italien-Rundreise und kamen, glaube ich, gerade aus Rom oder Florenz. Es war offensichtlich, dass sie sich gute Hotels leisten konnten, was mich ein wenig neidisch machte, denn unser Hotel in Piacenza war wirklich nicht der Hit gewesen.

Apropos Hit: Eher beiläufig, als wir uns über unsere Berufe austauschten, erzählte Dennis, dass er einen bekannten Song geschrieben habe, der mit einem Grammy ausgezeichnet worden sei: »Maniac« aus dem 1983er Film »Flashdance«. Natürlich kannten wir den Song, er lief ja auch in Deutschland immer mal wieder im Radio – bis heute.

Grammy ja, Oscar nein

Dann trennten sich unsere Wege. Wieder zu Hause, recherchierte ich. »Maniac« war ein Gemeinschaftswerk von Dennis Matkosky und dem Gitarristen und Sänger Michael Sembello, der den Song interpretierte. Das Lied kam in den USA auf Platz 1 der Billboard-Charts und auf Platz 6 der deutschen Singlecharts. Er erhielt 1984 einen Grammy, den international am höchsten angesehenen Musikpreis, und war für den Oscar nominiert, wurde aber aus der Wertung genommen, weil er nicht speziell für »Flashdance« geschrieben worden war. Den Oscar für den besten Film-Song bekam ein anderer »Flashdance«-Song, »What a Feeling« von Irene Cara.

Inzwischen weiß ich, dass Dennis Matkosky ein erfolgreicher Songwriter, Musiker und Produzent ist und mit Dutzenden (bei uns) mehr oder weniger bekannten Künstlern wie Diana Ross, Keith Urban und der Band Chicago zusammengearbeitet hat. Seine Frau Leslie Hall Matkosky ist ebenfalls Musikerin. So weit ich das erinnere, war sie damals Klarinettistin im Nashville Philharmonic Orchestra.

Das ist also die Geschichte »Wie wir mal einem Grammy-Gewinnner beim Pizza-Bestellen halfen«.

Ich bin jetzt autofrei

Die Entscheidung, auf ein eigenes Auto zu verzichten, stand lange fest: Wenn ich in Rente gehen, brauche ich keins mehr.
Die Evolution des Autobesitzes innerhalb von 44 Jahren.

Am 30. März 2021 habe ich meine mehr als 40 Jahre andauernde Laufbahn als Eigentümer eines Kraftfahrzeugs beendet. Meinen Citroën C 5 habe ich nach zehn Jahren verkauft. Die Entscheidung, auf ein eigenes Auto zu verzichten, stand lange fest: Wenn ich in Rente gehen, brauche ich keins mehr. So einfach war das.

In den letzten Jahren bin ich häufiger mit dem Rad als mit dem Auto gefahren. Der Wagen stand meist tagelang in der Einfahrt, ohne einmal bewegt zu werden. In den Urlaub fahren wir seit Jahren mit dem Zug und benutzen am Urlaubsort, wenn es irgendwie möglich ist, öffentliche Verkehrsmittel.

Angefangen hat meine Autobesitzerlaufbahn mit einem VW 1200. Ich war 20 und hatte gerade den Führerschein gemacht. Die vorderen Kotflügel des Käfers waren orangeweiß lackiert, die Kofferraumhaube vorne grün. Auf den Seitentüren prangte eine große 3 und auf dem Heck mehrere Aufkleber, die meine politische Einstellung offenbarten wie »Atomkraft nein danke«. Das war in der Zeit des »Deutschen Herbsts«, als die terroristische RAF Hans-Martin Schleyer tötete und ein Flugzeug der Lufthansa entführte, eigentlich ein Garant für regelmäßige Kontrollen durch die Polizei. Aber ich hatte Glück und blieb davon verschont.

Es folgten acht weitere Wagen, die ich hier nur summarisch aufzählen will, obwohl mir zu jedem eine Anekdote einfallen würde. Aber ich habe nie ein sentimentales Verhältnis zu den Fahrzeugen gehabt, ich habe nicht einmal von allen Autos Fotos. Das ist der Fuhrpark, chronologisch sortiert: VW 1600 TL, Simca 1501 Break, Ford Capri, Honda Civic, Renault 21 Nevada (als einziger fabrikneu), Renault 19, MG 135 TF und Citroën C 5.

Ehrlicherweise muss ich aber einräumen, dass meine Frau ein Auto hat, das ich benutzen darf.

Unterwegs mit Phileas Fogg und dem Kurier des Zaren

Jules Verne war nicht in erster Linie der Mitbegründer des Science-Fiction-Genres, sondern ein Abenteuer- und Reiseschriftsteller. Von den Schauplätzen seiner Romane handelt der Bildband »Die aussergewöhnlichen Welten des Jules Verne«.
Jean-Yves Paumier: Die aussergewöhnlichen Welten des Jules Verne.
Hardcover mit Schutzumschlag, 216 Seiten. 40 Euro. ISBN 978-3-8062-4131-0
wbg Theiss, Darmstadt

Der französische Schriftsteller Jules Verne (1828-1905) ist, zumindest in Deutschland, vor allem für seine phantastischen Romane, allen voran 20.000 Meilen unter dem Meer und Von der Erde zum Mond, bekannt und gilt als einer der Begründer des Science-Fiction-Genres. Dabei war er vor allem ein Reise- und Abenteuerschriftsteller, dessen Romane auf der guten alten Erde und in seiner Zeit spielten. Bestes und bekanntestes Beispiel: In 80 Tagen um die Welt.

Diese Werke erschienen in einer eigenen Reihe, den »Voyages extraordinaire« im Pariser Verlag Hetzel. Vernes Helden – Weltreisender Phileas Fogg, Kapitän Nemo, der Kurier des Zaren Michel Strogoff, Doktor Antekirtt alias Graf Mathias Sandorf und wie sie alle heißen – bereisten alle Kontinente und sorgten damit für Geografie- und Volkskundeunterricht auf unterhaltsame Weise. Wie der deutsche Karl May hat Verne die Länder nicht selbst besucht, sondern bezog seine Kenntnisse aus zweiter Hand, aus Büchern, Zeitschriften und Augenzeugenberichten.

Diesen Reisen und ihren Orten widmet sich der Bildband »Die aussergewöhnlichen Welten des Jules Verne«. Sein Landsmann Jean-Yves Paumier nimmt den Leser mit zu den verschiedenen Schauplätzen und gibt wieder, was Verne darüber geschrieben hat. Bebildert wird das mit Illustrationen aus den Originalveröffentlichungen, historischen Fotos und Landkarten mit Reiserouten. Angesicht von rund 70 Romanen und zahlreichen Kurzgeschichten und Erzählungen versteht es sich von selbst, das die Schilderungen und Romanauszüge nur kurz sein können. Dennoch verfehlen sie ihre Wirkung nicht und zeigen dem Leser eine längst verlorene Welt, die anderes »getickt« hat als die heutige.

Stellung gegen Sklaverei bezogen

Verne ist, im Unterschied etwa zu May, auch auf soziale und politische Probleme in den bereisten Ländern eingegangen, hat zum Beispiel Stellung gegen die Sklaverei bezogen oder seine Protagonisten sich für das Selbstbestimmungsrecht von Völkern und Minderheiten aussprechen lassen. Auch wirtschaftliche Aspekte wurden behandelt, und natürlich hat Verne aktuelle geografische Entdeckungen verarbeitet. Man darf nicht vergessen, dass zu seinen Lebzeiten im Westen immer noch große Teile der Erde weitgehend unbekannt waren.

»Die aussergewöhnlichen Welten des Jules Verne« laden dazu ein, eben diese Welten zu entdecken und mal zu einem weniger bekannten Werk zu greifen. Vielleicht kennt man/frau ja einen der Schauplätze selbst und möchte etwas über seine Vergangenheit erfahren.