Was Nettes zum Wochenende

Sonnenuntergang im Overledinger Land (von der B 70 nördlich von Folmhusen)
Sonnenuntergang im Overledinger Land (von der B 70 nördlich von Folmhusen)

Heute liefere ich mal was Nettes zum Wochenende: einen spektakulären Sonnenuntergang in Ostfriesland.

Das Foto habe ich schon vor ein paar Tagen geschossen, bin aber erst jetzt dazu gekommen, mich näher damit zu befassen. Das Bild ist ein reiner Zufallstreffer. Ich fuhr auf der langen, geraden Strecke zwischen Collinghorst und Folmhusen, als sich diese an sich schon imposante Wolke vor die untergehende Sonne schob und der Himmel sich orange färbte. Allerdings ergab sich zunächst kein sinnvoller Aufnahmepunkt; wegen der Bäume am Straßenrand war es unmöglich, das gesamte Gebilde ins Bild zu bekommen. Erst als ich in Folmhusen auf die B 70 nach Norden abbog, öffnete sich die Landschaft. Man hat dort freie Sicht nach Westen bis zum Emsdeich, weil keine Bäume an der Straße stehen.

Es musste dann alles ziemlich schnell gehen, denn es war schon spät, und die Lichtverhältnisse waren schwierig. Ich hatte kaum Zeit, die Kamera einzustellen. Die meisten Bilder der Reihe sind Schrott.

Technische Daten
Nikon D7000 mit AF-S DX VR Zoom-Nikor 18-105
Brennweite 40 mm, 1/250 sec
ISO 200, Blende f/8

Die Schlacht bei Fikensolt


Ein Denkmal in der Nähe von Westerstede erinnerte an eine Schlacht im Jahr 1457 zwischen Ostfriesen und Ammerländern.

Friesendenkmal
Das Denkmal in all seiner Scheußlichkeit – aufgenommen im März 2017

In einem Waldstück bei Fikensolt südlich der ammerländischen Kreisstadt Westerstede erinnert ein wenig ansehnliches Denkmal an eine Schlacht, die dort im Jahr 1457 geschlagen wurde. Es wurde 1912 aus Klinkern und Findlingen errichtet. Eine Inschrift lautet: »Zur Erinnerung an den Kampf der oldenburgischen Grafen mit den ostfriesischen Häuptlingen um die Vorherrschaft in Nordoldenburg und an die im Jahre 1457 in der Schlacht bei Fikensolt und Mansingen gefallenen Ammerländer und Ostfriesen.«

Im besagten Jahr 1457 ist der ostfriesische Häuptling Ulrich Cirksena, dem wenige Jahre später die Grafenwürde übertragen wurde, ins benachbarte Ammerland eingefallen und hat Apen gebrandschatzt. Dafür übte Graf Gerd von Oldenburg Vergeltung. Er legte die ostfriesischen Dörfer Detern und Hollen in Schutt und Asche und trieb das Vieh weg.

Als dann der oldenburgische Graf außer Landes weilte, glaubten die Ostfriesen, einen guten Zeitpunkt für einen Vergeltungszug zu haben, und fielen, angeblich etwa 7000 Mann stark, unter der Führung von Edo Boyungs von Gödens ins Kirchspiel Westerstede ein. Sie plünderten und brandschatzten mehrere Dörfer und machten reiche Beute.

Auf dem Rückmarsch aber gerieten die Ostfriesen in einen Hinterhalt. Die ammerländischen Bauern hatten den alten Heerweg zwischen Mansie und Fikensolt durch gefällt Bäume gesperrt und griffen die Ostfriesen an. Unter großen Verlusten besiegten sie die ostfriesischen Plünderer und nahmen ihnen die Beute wieder ab.

Die Leichen der getöteten Ostfriesen wurden auf einem Acker beerdigt, der im Volksmund lange als Freesenkarkhoff bekannt war.

Jeder König in seinem eigenen Haus

Ansicht des Emder Hafens von 1810 (Stich von G. A. Lehmann)
Ansicht des Emder Hafens von 1810 (Stich von G. A. Lehmann)

Der Engländer Thomas Hodgskin hat Anfang des 19. Jahrhunderts den Norden Deutschlands besucht und unter dem Titel »Travels in the North of Germany« einen Reisebericht verfasst, der 1820 erschien. Für ein paar Tage war er auch in Ostfriesland. Ich habe darüber vor ein paar Jahren diesen Bericht für die OZ-Beilage »Unser Ostfriesland« geschrieben. Continue reading „Jeder König in seinem eigenen Haus“