Dreieich und Frankfurt warten: Buchmessen-Wochenende voraus

Frankfurter Buchmesse
Buchmesse am Sonntag: Es herrscht Gedränge.

Der Koffer ist noch nicht gepackt – aber ansonsten sind meine Vorbereitungen für das bevorstehende Buchmesse-Wochenende abgeschlossen. Viel vorbereiten muss man dafür nicht; ein paar Visitenkarten zusätzlich einpacken, ein paar Leute kontaktieren, Fahrkarte und Hotel besorgen.

bucon_drache_300pxAm Sonnabend geht es zunächst nach Dreieich-Sprendlingen. In dem Ort vor den südlichen Toren von Frankfurt trifft sich seit mehr als 30 Jahren jeweils am Buchmesse-Wochenende im Oktober die deutsche Fantastik-Szene zum Buchmesse-Con. Dort kommen Verleger, Autoren und Leser der Science-Fiction- und Fantasy-Literatur zusammen, tauschen sich aus, knüpfen und vertiefen Kontakte, freunden sich an, trinken zusammen – all das eben, was man in einer großen Familie so tut. Denn um ein Familientreffen der besonderen Art handelt es sich, nach allem, was ich gehört habe.

Für mich ist es der erste Besuch des Cons, und leider kann ich erst nachmittags dort sein. Von Ostfriesland dauert es halt ein bisschen bis nach Südhessen. Ich freue mich schon auf die inzwischen vielen Bekannten, die ich dort treffen werde, davon eine Reihe zum ersten Mal persönlich. Das wird spannend. Vielleicht bleibt daneben auch Zeit für die eine oder andere Lesung. Glücklicherweise laufen die für mich besonders interessanten Programmpunkte nicht gleichzeitig.

Zwischen tausenden Buch-Neugierigen

Nicht jede Gestalt, die man auf der Messe trifft, ist ein Büchernarr.

Am Sonntag, wenn das 31. Festival der phantastischen Literatur längst Geschichte ist, aber die Folgen des Nachtreffens vom Vorabend noch spürbar sein werden, geht es zur »richtigen« Frankfurter Buchmesse. Dort mischen meine Frau und ich uns unter Tausende andere Buch-Neugierige. Vergangenes Jahr haben wir uns schon mal durch die Massen gedrängt (hier nachlesen), wir kennen uns also schon (ein bisschen) aus (und ich hoffe, dass das gastronomische Angebot dieses Jahr besser sein wird, befürchte aber, dass das nicht der Fall sein wird).

Es gibt immer etwas zu entdecken, worauf man sonst nie stoßen würde, und vom vergangenen Jahr weiß ich, dass sich ein Bummel bei den nicht-deutschsprachigen Verlagen lohnt (da ist es auch nicht so voll). Sehenswert sind auf der Buchmesse auch die Cosplayer; vielleicht schauen wir beim Finale der Deutschen Cosplaymeisterschaft vorbei, das am Sonntagnachmittag ist, obwohl mich das Genre selbst nicht wirklich interessiert.


Weiterführende Links

Frankfurter Buchmesse

Buchmesse-Convention (BuCon)

Nachruf auf die CCPS

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Das Logo der Christopher Columbus Philatelic Society

Ich stehe vor der nicht ganz leichten Aufgabe, einen Nachruf zu schreiben, einen Nachruf auf die Christopher Columbus Philatelic Society. Die CCPS war bis zu diesem 12. Oktober 2016 ein internationaler Verein von Briefmarkensammlern, die sich für Columbus und die Entdeckung Amerikas interessierten. Zu heute wurde er aufgelöst, weil ihm die Mitglieder wegstarben und sich niemand fand, der die Vorstandsarbeit leisten wollte/konnte. Erst gestern ist ein früherer Clubpräsident, Overton T. Harris, von uns gegangen.

Die CCPS wurde vor 34 Jahren in San Juan/Puerto Rico gegründet, am 12. Oktober 1982. Der 12.10. ist der Tag, an dem Columbus im Jahr 1492 auf einer Bahamas-Insel erstmals amerikanischen Boden betrat. Die Gründer kamen aus mehreren Ländern, waren aber überwiegend weiße Amerikaner wie auch der Großteil der später einige Hundert Mitglieder. So weit ich das beurteilen kann, haben die meisten von ihnen ein eher unkritisches, wenn nicht sogar bewunderndes Verhältnis zu Columbus, obwohl jedem klar sein müsste, dass der Seemann aus Genua alles andere als ein Vorbild ist und der Erste in einer langen Reihe von Europäern war, die das Verderben nach Amerika brachten.

Ich war als Nummer 537 von 1998 bis heute Mitglied der CCPS. Auf den Verein war ich durch Recherchen im Internet gestoßen, damals noch etwas ganz Neues. Seinerzeit beschäftigte ich mich intensiv mit Columbus und dem Zeitalter der Entdeckungen und suchte nach Gleichgesinnten zum Austausch. Die vereinseigene Zeitschrift Discovery!, die seit 1982 viermal im Jahr erschien, bot die Möglichkeit, Artikel zu veröffentlichen. Weil ich kein Briefmarkensammler im klassischen Sinne bin, habe ich immer versucht, historische Aspekte zu betonen. Da ging es zum Beispiel um die Taino, die Ureinwohner der Karibik, oder das Columbus-Denkmal in Bremerhaven. Briefmarken waren immer nur der Aufhänger.

Besuch im Archivo dello Stato in Genua mit Michel Pacou (rechts).
Besuch im Archivo dello Stato in Genua mit Michel Pacou (rechts).

Mit der CCPS in Genua

Ein besonderes Erlebnis war 2003 ein Treffen mit anderen CCPS-Mitgliedern in Genua, dem wahrscheinlichen Geburtsort Columbus’. Dies war eines der sogenannten internationalen Seminare, die Michel Pacou, ein CCPS-Mitglied aus Frankreich, an verschiedenen Orten in Europa organisiert hatte. Ich war der mit Abstand Jüngste unter lauter Ruheständlern, aber wir haben uns gut verstanden. Das Programm mit Besuchen und Besichtigungen — unter anderem im Staatsarchiv, wo es Originaldokumente von Columbus gibt — war hochklassig, wir sind an Orte gekommen, die man sonst nie gesehen hätte. Das hätte eine professionelle Reiseagentur nicht besser hinbekommen.

Das wird es jetzt alles nicht mehr geben. Schade, aber kein Grund zu verzweifeln.

Alle Ausgaben der Mitgliederzeitschrift Discovery! gibt es auf der Website von CCPS-Mitglied Peter van der Krogt aus Utrecht als pdf-Datei zum Runterladen.

Hier geht’s zu meiner Columbus-Website