Uwe Hermann: Das Amt für versäumte Ausgaben. Create Space 2015. 244 Seiten, 9,99 (E-Book 3,99). ISBN 978-1517552107.
Kaum hatte ich damit begonnen, Uwe Hermanns vergangenes Jahr erschienene Kurzgeschichtensammlung »Das Amt für versäumte Ausgaben« zu lesen, wurde eine Erzählung daraus – »Versuchsreihe 13 – Die Infektion« – für den renommierten Kurd-Laßwitz-Preis für deutschsprachige Science-Fiction nominiert 🔗. Qualität bleibt eben nicht unbemerkt.
In dem Büchlein sind zehn ganz unterschiedliche Geschichten aus dem phantastischen Genre vereint. Zwei davon kannte ich schon aus anderen Publikationen (»Mensch2«, »Wir nehmen euch mit!«), und auch der Rest hat mich nicht enttäuscht. Uwe Hermann schreibt locker und stilsicher, seine Geschichte stecken voller origineller Ideen, und der (schwarze) Humor kommt auch nicht zu kurz.
Ein wichtiges Thema ist ihm offenbar der Tod, gleich mehrere Geschichten haben damit zu tun. In »Die Totschläger« über eine besondere Form der Selbstjustiz verrät es schon der Titel, in »Versuchsreihe 13 – Die Infektion« geht es um die Wiederbelebung von Mordopfern, und in »Die Hölle liegt gleich nebenan« wird ein wahrhaftiges Himmelsfahrtskommando losgeschickt. Continue reading „Voller origineller Ideen“
Am Sonntag wurde es auf der frisch aus der Taufe gehobenen Website https://biomalpha.wordpress.com 🔗 verkündet: Der Wurdack-Verlag stellt die Serie »Biom Alpha« wegen der geringen Verkaufszahlen nach drei Episoden ein. Die Autoren wollen aber die restlichen Episoden der ersten Staffel, die schon weitgehend fertiggeschrieben sind, im Selbstverlag herausbringen. »Biom Alpha« war/ist eine SF-Serie, an der mehrere Autoren gemeinsam schreiben, darunter Uwe Post, Uwe Hermann und Niklas Peinecke. Ich hatte Band 1 gelesen und fand ihn nicht so gut, dass ich mehr davon wollte (meine Rezension »Griff in die Klischee-Mottenkiste« 🔗). Auf der Website des Wurdack-Verlags sind bereits alles Spuren von »Biom Alpha« getilgt, die E-Books sind auch nicht mehr über Online-Shops zu bekommen.
Auf dem Dortcon im März vergangenen Jahres verrieten Uwe Hermann (links) und Uwe Post ein wenig über das Projekt »Biom Alpha«.
Buch in Arbeit: Hör auf die Lektorin!
Ende März soll meine erste Kurzgeschichten-Sammlung mit dem Titel »Zeit für die Schicht« herauskommen. Ich liege in den letzten Zügen, was die Umsetzung der Lektoratsarbeit angeht. Meine Erfahrung: Hör auf die Lektorin – aber nur, wenn sie recht hat! Es gibt schon eine Leseprobe (siehe linke Spalte).
Con im Schatten des Doms
Alle zwei Jahre ist in Köln der Coloniacon 🔗. Dort treffen sich am 28. und 29. Mai die Fans und Autoren vor allem von SF-Heftromanen. Also geht es schwerpunktmäßig um PERRY RHODAN, MADDRAX, REN DHARK und PROFESSOR ZAMORRA. Das Programm steht, Anmeldungen sind noch möglich, Tagesgäste willkommen. Ich werde dieses Jahr das erste Mal teilnehmen.
DUNL: Neues von Karsten Kruschel
Es ist kein Geheimnis, dass Karsten Kruschel mein Lieblingsautor ist. Aus Begeisterung für seine VILM-Trilogie habe ich 2014 die 1. Tage der Science-Fiction-Literatur in Ostfriesland veranstaltet. Im Juni erscheint ein neues Buch von ihm, »Das Universum nach Landau: Roman in Dokumenten und Novellen« (wieder im Wurdack-Verlag). Das Buch kann beim Verlag 🔗 und in den einschlägigen Online-Shops vorbestellt werden.
»Exodus 34« für April geplant
»Exodus« ist neben »Nova« das einzige Magazin für deutschsprachige SF-Kurzgeschichten. Nr. 34 ist für April angekündigt. Elf Storys, Leitartikel, ein Grafik-Extra über Coverkünstler Markus Vogt usw. werden auf 110 großen Seiten geboten. Das große Format (A 4) ist zwar gut für die Darbietung der Grafiken, zum Lesen ist das eher unpraktisch. »Exodus 34« 🔗 kann vorbestellt werden.
Als Verfasser literarischer Texte kommt man schnell an den Punkt, an dem man seinen Figuren Namen geben muss. Das ist fast wie bei der Geburt eines Kindes. Den Namen wird die Figur ebenso wie das Kind ein Leben lang mit sich tragen, also übernimmt man als Autor jede Menge Verantwortung. Manche werden dieser Verantwortung gerecht, andere scheitern.
Wie im richtigen Leben gibt es bei der Namensgebung für eine literarische Figur keine verbindlichen oder einfachen Regeln. Ob jemand sein Kind Charlotte oder Chantal nennt, ist Geschmackssache und muss jeder selbst wissen. Die Entscheidung fällt allerdings im richtigen Leben nicht im luftleeren Raum, sondern ist von vielen Einflüssen abhängig. Es kann keinem Schriftsteller schaden, solche Regeln zu kennen (und sie gegebenenfalls zu ignorieren). Eine falsche Namenswahl kann einer Geschichte Schaden zufügen.
Der Beitrag hat mehrere Teile.
Teil 2: Familiennamen
Familiennamen wurden in Deutschland zu ganz unterschiedlichen Zeiten eingeführt. Ein einheitliches Namensrecht und die standesamtliche Eintragung des Namens gibt es erst seit 1875. Continue reading „Das Kind braucht einen Namen: Teil 2“