Neues Buch von Uwe Hermann

Das teile ich doch gerne mit: Uwe Hermann bringt einen neuen Kurzgeschichtenband heraus. Der »Der Raum zwischen den Worten« erscheint Ende Januar 2019 als Taschen- und Ebook. Uwe hat mit seinen witzigen Storys mit zum Erfolg meiner Veranstaltung »Hinterm Mond« im vergangenen Oktober in Leer beigetragen; eine davon ist in dieser »Anthologie« vertreten..

Uwe Hermann schreibt selbst dazu:
Das 304 Seiten starke Buch enthält dreizehn Erzählungen, davon fünf Erstveröffentlichungen, quer durch alle Genres. Ihr lernt seltsame Roboter, besorgte Küchengeräte, durchgeknallte Aliens, liebestolle Drachen und aufrecht gehende, zwei Meter große Mäuse kennen.
Inklusive meiner mit dem Kurd-Laßwitz-Preis und dem Deutschen Science-Fiction-Preis ausgezeichneten Erzählungen »Das Internet der Dinge« und »Der Raum zwischen den Worten«.
Mit einem Vorwort von Ronald M. Hahn und Illustrationen von Chris Schlicht. Das Cover schuf Mark Freier.

Das Werk ist bei Kindle Direct Publishing erschienen.
Taschenbuch 12,90 €, ISBN: 9781790245390.
eBook 5,99 €, ASIN: B07MYFHPQZ

Nehmen Sie eins mehr! 

Bild: Congerdesign/pixabay

Mein Bäcker versucht, mich dazu zu nötigen, Lebensmittel wegzuschmeißen, indem er mir ein Brötchen und Geld schenkt. Wirklich. Es ist so: Wenn man bei besagtem Bäcker fünf gemischte Körnerbrötchen kauft, bekommt man sie für 2,95 Euro. Nimmt man weniger Brötchen, werden diese einzeln berechnet. Da sie unterschiedliche Einzelpreise haben und diese bis zu 20 Cent auseinanderliegen, kann es sogar vorkommen, dass vier Brötchen teurer sind als die fünf im Angebot.

Neulich betrug die Rechnung für vier Brötchen 3,04 Euro. Sagt die Verkäuferin: „Nehmen Sie noch eins mehr, dann zahlen Sie weniger.“ Ich bin darauf nicht eingegangen. Wenn ich fünf Brötchen hätte haben wollen, hätte ich sie gleich bestellt. Das nächste Mal probier‘ ich etwas aus. Ich verlange fünf Brötchen und sage der Verkäuferin: „Packen Sie nur vier ein. Ich schenke Ihnen eins.“

Eins rauf mit Irland

Mein fast drei Jahre alter Blogpost über die Zahl der von mir besuchten Länder erfordert bald eine Aktualisierung. Am 11. August 2019 werde ich (wahrscheinlich/hoffentlich) gegen 15 Uhr auf dem Flugplatz in Dublin ein weiteres Land betreten: Irland. Es wäre das Neunzehnte.

Die »grüne« Insel stand schon länger auf der Liste meiner Wunschreiseziele, aber nicht so weit oben, dass ich unbedingt dorthin wollte. Mir fehlt(e) eine genaue Vorstellung davon, was das Land zu bieten hat. Grüne Wiesen, Schafe und »all seasons in one day« habe ich auch in Ostfriesland, wo ich wohne. Aber keinen Whiskey.

In diesem Jahr gibt es aber einen Anlass, dem ich nicht widerstehen konnte: den 77. WorldCon. Das jährliche Treffen der internationalen Science-Fiction-Literaturszene findet in diesem Jahr in Dublin statt und lockt Tausende Fans mit einem umfangreichen Programm und vielen interessanten Gästen.

Zwei fehlten noch

Wenn ich spitzfindig sein wollte (was ich gelegentlich bin), könnte ich statt auf 19 sogar auf 21 Länder bzw. Staaten verweisen. Denn ich war vor dem Mauerfall ein paar Mal in der DDR, und als ich Ende der 1960er Jahre während eines Urlaubs im Bahnhof von Bayrisch Eisenstein meinen Kinderfuß über die durch eine Kette markierte Grenze in den Ostblock streckte, gehörte die andere Seite noch zur Tschechoslowakei, während Prag, das ich inzwischen zweimal besucht habe, die Hauptstadt von Tschechien ist.

Unterwegs in Sachen Science-Fiction

Man denkt, es liege in Sache Science-Fiction ein ruhiges Jahr vor einem, aber nachdem alle absehbaren Termine und Terminwünsche in den Kalender eingetragen sind, ist klar, dass es ein großer Irrtum ist. Es gibt schon (zu) viele Einträge. Höhepunkt soll im Sommer der Besuch des WorldCons 2019 in Dublin, dem weltweit größten Treffen von Science-Fiction-Fans, sein.

Die Eintrittskarte

Der erste SF-Termin in diesem Jahr ist aber nur noch wenige Tage entfernt: Am 9. Februar wird in München Band 3000 der PERRY RHODAN-Serie vorgestellt. Das Jubiläum ist im Literaturhaus. Es wird von der Stiftung Buch-, Medien- und Literaturhaus betrieben und, so heißt es auf der Homepage: „Wer literarisch Rang und Namen hat, oder auf dem Weg ist, beides zu erlangen, tritt hier auf.“ Unpassender kann ein Ort zur Feier einer Groschenheftserie doch nicht sein, oder? Ich werde darüber berichten. Das Programm gibt’s hier. Das Event ist ausverkauft.

Neuer Roman von Michael Marrak

Weiter geht’s im März zur Leipziger Buchmesse. Auch dort steht für mich Science-Fiction im Vordergrund. Unter anderem will ich mir Michael Marraks dann frisch erschienenen Roman »Der Garten des Uroboros« direkt aus der Hand des Autors sichern. Michael gehört unbestritten zu den besten deutschen SF-Autoren. Der legendäre »Lord Gamma« hat mich vor einigen Jahren davon überzeugt, dass deutsche SF durchaus höchstes Niveau erreichen kann – mit der Folge, dass ich heute überwiegend deutschsprachige SF lese. Zum Leipziger Pflichtprogramm gehören Besuche beim Golkonda-Verlags und am Stand von PERRY RHODAN.

Rhodan ist das Stichwort für den nächsten Absatz: Am 25. und 26. Mai steigt in Osnabrück der 3. PR-Tag, der von der PERRY RHODAN-Fanzentrale, einem eingetragenen Verein, organisiert wird. Das ist für mich der am nächsten gelegene Con; ich kann ihn mit dem Auto in unter zwei Stunden Fahrtzeit erreichen. Da ich Mitglied der Fanzentrale bin und an deren Mitgliedermagazin SOL mitarbeite, ist das natürlich so etwas wie ein Pflichtbesuch.

Bis zum Hochsommer ist, so weit es die fannische Reisetätigkeit angeht, eine Pause angesagt. Vom 15. bis 19. August ist Dublin Ort des WorldCon. Wir haben unseren Jahresurlaub rund um das Event gelegt, besuchen zunächst Nordirland und schauen uns anschließend noch ein paar Tage in und rund um Dublin um. Der WorldCon, dessen Tradition bis 1939 zurückgeht und der damit das älteste SF-Fantreffen ist, bietet die Gelegenheit, Fans aus alle Welt und vor allem auch einige der ganz Großen der SF hautnah zu erleben und vielleicht sogar mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Auf der langen Liste der Teilnehmer stehen Namen wie Cory Doctorow, Joe Haldeman, George R.R. Martin oder Charles Stross.

Begegnung mit Robert Silverberg

Besonders fiebere ich einer möglichen Begegnung mit Robert Silverberg entgegen. Er ist inzwischen 84 Jahre alt und hat, wie es scheint, noch keinen WorldCon versäumt. Er steht als einfacher Teilnehmer auf der Liste.

Silverbergs Roman »Die Sterne rücken näher« (Starman’s Quest von 1958) war einer der ersten richtigen SF-Romane, die ich als Jugendlicher gelesen habe. Ich war damals nur etwas jünger als der Held des Romans, Alan, und fand natürlich die Vorstellung, in einem Raumschiff durchs Weltall zu kurven, faszinierend. Ich werde auf jedenfalls mein abgenutztes Exemplar der Heyne-Ausgabe von 1971 mitnehmen, um es mir signieren zu lassen.


Wenn der Sommer langsam zu Ende geht, steht für den 14. September der 3. BrühlCon im Kalender. Dieses abendliche Treffen, im Grunde ein besserer Stammtisch, haben die drei PERRY RHODAN -Fans Volker Hoff, Ralf Entz und Martin Ingenhoven auf die Beine gestellt. Sie haben es aber geschafft, außer Fans eine ganze Reihe prominenter Leute der Rhodan- und SF-Szene anzulocken, die zum Essen, Trinken und Plaudern ins Brühler Wirthaus kommen.

Mit der Frankfurter Buchmesse, dem Buchmesse-Con in Dreieich und dem Pentacon in Dresden im Oktober beziehungsweise am ersten Novemberwochenende klingt das fannische Jahr aus. Im vergangenen Jahr habe ich mal ausgerechnet, wie viele Kilometer ich für die Besucher der diversen Veranstaltungen zurückgelegt habe. Es werden in diesem Jahr nicht weniger sein, wegen Dublin wohl eher mehr.

Ach ja, einige andere terminlichen Verpflichtungen habe ich – außer den beruflichen – auch noch. Da wäre zum Beispiel im Mai ein Konzert von Bryan Ferry in Groningen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Der erste Flug zum Mond

Die Erde geht über dem Mondhorizont auf.
Ein Foto, das jeder kennt: »Earthrise« (Ausschnitt) aufgenommen von Apollo 8. Bild: Anders/Nasa

Heute vor 50 Jahren, am 24. Dezember, sind zum ersten Mal Menschen um den Mond geflogen. Frank Borman, William Anders und James Lovell an Bord von Apollo 8 waren die ersten, die die Rückseite des Monds mit eigenen Augen sahen. Noch nie waren Menschen so weit von der Erde entfernt gewesen wie diese drei amerikanischen Astronauten.

Für mich ist der Flug von Apollo 8 noch immer das bedeutendste Ereignisse in der Geschichte der Raumfahrt, noch vor der ersten Mondlandung wenig Monate später. Es war ein großes Wagnis, ein Flug ins Unbestimmte. Wie muss es für diese Männer gewesen sein, die Erde hinter sich zu lassen, sie immer kleiner werden und schließlich hinter dem Mond verschwinden zu sehen. Es war vielleicht der aufregendste Moment der Raumfahrtgeschichte, als die ersten Worte nach der Umrundung des Mondes zur Erde zurückkamen, auch wenn sie nicht besonders spektakulär waren:

Go ahead, Houston, (This is) Apollo 8. Burn complete. Our orbit (is) 169.1 by 60.5; 169.1 by 60.5.

Apollo Flight Journal © 2003 by W. David Woods and Frank O’Brien

Ich war damals elf Jahre alt, und kannte jeden Satelliten, der um die Erde kreiste, beim Namen. Jeden Raketenstart, der im Fernsehen gezeigt wurde, habe ich verfolgt. Zu jedem Flug gab es Sondersendungen, und bei Apollo 8 wurden Worte und Bilder live aus dem Mondorbit übertragen.

Oft wird die erste Mondlandung und Neil Amstrongs erster Schritt im Mare Tranquilitatis mit der Entdeckung Amerikas durch Columbus verglichen. Der Vergleich hinkt schon vom Ansatz, denn die amerikanischen Astronauten wussten, wohin sie flogen, zu einem Ziel, das jeder sehen konnte. Dagegen segelte Columbus mit seine kleinen Flotte ins Ungewisse und kam schließlich auch nicht dort an, wohin er wollte. Wenn schon, dass ist Apollo 8 das Pendant zur Santa Maria, denn es war der erste Flug zu einem fernen Gestade, auch wenn niemand »an Land ging«.


Mehr über Apollo 8 und die Mondmissionen der Nasa gibt es auf der Website von Marshal History.