Der Zeitreisende, der zu spät kommt

Die Wahrheit über den Kennedy-Mord. Oder auch nicht. Zeitagent Calvin ist in im November 1963 in Dallas.

Das Bühnenbild meiner Second-Life-Lesung dieser Kurzgeschichte im Oktober 2016. Die Szenerie zeigt meinen Avatar am Tatort.

Zeitagent Calvin eilte mit energischen Schritten die Houston Street entlang. Er war spät dran. Der Absetzzeitraum war dieses Mal besonders eng gewesen, und er hatte noch ein gutes Stück laufen müssen, um zu seinem Einsatzort zu kommen. Immer wieder musste er Schaulustigen ausweichen, die wie er hier waren, um den Präsidenten zu sehen. Im Unterschied zu ihnen wusste Calvin, dass hinter einem der Fenster in dem großen Backsteingebäude, an dem er jetzt vorbeihastete, ein Attentäter wartete und in ein paar Minuten tödliche Schüsse auf John F. Kennedy abgeben würde.

Calvins Auftrag: Er sollte das Attentat, das ein Jahrhundert danach noch immer zu den Traumata der amerikanischen Nation zählte, im Bild festhalten. Es gab zwar jede Menge Bildmaterial, aber es war alles von miserabler Qualität. Calvin fand das unschicklich, aber Auftrag war Auftrag. Die Techniker der Zeitagentur hatten ihn mit ihrem neuesten Hightech-Gerät ausgestattet, das ihm, als schwerer Fotoapparat getarnt, um den Hals hing und bei seiner beschleunigten Gangart im Rhythmus seiner Schritte gegen den Bauch prallte.

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Das letzte Mammut – gedruckt

Wooly_Mammoth-RBC CC BY-SA 2.0 Tracy O.
Die letzten Eiszeitriesen sind vor 5600 Jahren von der Bildfläche verschwunden. Bild: Tracy O. CC BY-SA 2.0

Vor 5600 Jahren sind auf der Sankt-Paul-Insel im Nordpazifik die letzten Mammuts gestorben. Diese seit Jahrtausenden isoliert lebende Population ist letztlich verdurstet: Der steigende Meeresspiegel sorgte dafür, dass die Süßwasservorräte schrumpften (Spektrum.de). Das ist der wissenschaftliche Hintergrund für meine Zeitreise-Kurzgeschichte »Das letzte Mammut«, die jetzt in der Science-Fiction-Anthologie »Meuterei auf Titan« erschienen ist. Es geht darin um einen Großwildjäger, der eine einmalige Chance bekommt. Weiterlesen „Das letzte Mammut – gedruckt“

Über SF im Allgemeinen und Zeitreisen im Besonderen

Ich bin ein begeisterter Leser von Sachbüchern (hier gibt es eine Liste von zehn Lieblingssachbüchern). Jetzt habe ich hintereinander gleich zwei Bücher gelesen, in denen es um SF geht – »Invasion der Zukunft« von Hans-Peter Pescke und »Time Travel« von James Gleick.

invastion_der_zukunftHans-Peter von Peschke: Invasion der Zukunft. Die Welten der Science-Fiction. 320 S., Theiss-Verlag, Stuttgart 2016. ISBN 9783806233575

In »Invasion der Zukunft« dreht sich alles um »Die Welten der Science-Fiction« (tatsächlich mit Bindestrich geschrieben). Von Peschke ist Historiker, Journalist und Publizist und ein SF-Fan. Er geht der Frage nach, womit sich SF befasst, was die Themen sind und wie sie behandelt werden. Das Buch ist in zehn Kapitel wie »Technoträume«, »Schöner neuer Mensch« oder »Aufbruch ins All« aufgeteilt, und zu jedem Komplex gibt es eine Fülle von Beispielen aus Büchern, Filmen, Comics und Spielen. Von Peschke überblickt das ganze Medienspektrum und erweist sich dabei als sehr kenntnisreich. Weiterlesen „Über SF im Allgemeinen und Zeitreisen im Besonderen“