Nur noch ein Blick zurück auf 2017

Bild: Mohamed Hassan

Kein  Blog ohne Blog-Rückblick zu Jahresbeginn? Das ist wohl eine der ungeschriebenen Regeln. Ich will es in diesem Jahr kurz machen und beginne gleich mit einem Dank an alle, die den Weg hierher gefunden haben. Einigen treuen Lesern gilt der Dank im besonderen. Es ist erfreulich, dass es offenbar Gründe gibt, hierher zurückzukehren.

Im Allgemeinen lag der Blog 2017, was die Zugriffszahlen angeht, in den ersten zehn Monaten unwesentlich unter dem Vorjahresniveau. Im Herbst habe ich begonnen, mit dem Blog auf die neue Adresse blog.fiks.de umzuziehen. Ab Mitte Oktober erschienen im alten Blog keine neuen Posts mehr. Der Umzug hat insgesamt zu einem Rückgang an Aufrufen geführt, und es ist mir anscheinend nicht gelungen, die User einfach mitzunehmen. In einer Übergangszeit gab es bei alten Post Fehlermeldungen, weil die Anfragen im neuen Blog ins Leere liefen. Zudem mussten die neuen Adressen in den einschlägigen Suchmaschinen erst sichtbar werden.

Diese Probleme sind behoben, und inzwischen liegen die täglichen Zugriffszahlen wieder auf dem Niveau des alten Blogs. Sie sind mir aber weiter zu niedrig. Bisher ist mir noch keine Strategie eingefallen, wie sich das ändern ließe. Am Inhalt kann’s eigentlich nicht liegen. Ich bin nämlich immer wieder verblüfft, wie viele Follower und Likes andere Blogger haben, die ab und zu mal ein paar Banalitäten in die Welt werfen.

Alle Jahre wieder

Der am häufigsten aufgerufene Post ist weiterhin „Wo liegt Ostfriesland?“. Er lag im vergangenen Jahr in jedem ausgewerteten Monat (Januar bis Oktober) mit Abstand an der Spitze, und verzeichnet auch jetzt etwa 20 Prozent. Auf Platz 2: die ostfriesischen Berge. Auffallend ist Platz 3: Der Post über meine Erfahrungen als Selfpublisher mit Books on Demand und ihre Präsentation durch Amazon. Der Post wird wohl wegen seines Titels häufig aufgerufen, was ein Indiz für Informationsbedarf ist, aber wohl nur wenig gelesen, weil er a) sehr speziell und b) schon ein paar Jahre alt ist.

Im vergangenen Jahr kamen die Besucher aus 61 Ländern in aller Welt. Platz 1, natürlich, Deutschland mit 78 Prozent der Zugriffe (2016 waren es noch 87 Prozent), wieder gefolgt von den USA, Österreich und der Schweiz. Zu den exotischen Ländern mit nur je einem Aufruf gehören Georgien, Lettland und Montenegro. Weiter stark unterrepräsentiert sind Afrika und Asien, was aber bei dem Angebot auch kein Wunder ist. Da ist es eher erstaunlich, wenn es User aus Myanmar oder Honduras gibt. Das nichteuropäische Land mit den meisten Zugriffen ist übrigens Südkorea, gefolgt von Brasilien.

Ich weiß mehr über euch

Durch den Blogumzug ist es mir jetzt auch möglich, umfangreichere Statistiktools anzuwenden. Sie verraten mir zum Beispiel, dass die meisten Nutzer am Desktop-PC sitzen und fast 15 Prozent der Leute, die bei Google nach „nachtzug münchen rom erfahrungen“ gesucht haben, auf meinem Blog gelandet bin. Dort habe ich über meine Erfahrungen in eben jenem Nachtzug geschrieben. Ich weiß also mehr über euch, kann daraus aber auch (noch) keine Strategie entwickeln.

Ein Ausblick aufs gerade angefangene Jahr ist schwierig. Themen werden in diesem Jahr meine zahlreichen geplanten Besucher von Science-Fiction-Veranstaltungen sein, angefangen beim GarchingCon Anfang Juni in München bis zum BuchmesseCon Mitte Oktober in Dreieich. Ich wollte auch wieder mehr rezensieren, aber das mache ich inzwischen nur, wenn es mich richtig in den Fingern juckt. Als Buchbloggern sind meine Erfolge nämlich auch sehr bescheiden. Ein paar historische Themen werden auch dabei sein. Ach, warten wir’s einfach ab.

Ein neues Lesejahr beginnt

Der Stapel mit einigen der noch nicht gelesenen Bücher, mit dem ich ins Jahr 2018 gegangen bin. Im Hintergrund »droht« die nächste Neuanschaffung. Bestellt ist das Buch schon.

Ein neues Lesejahr beginnt, und ich habe wieder einen Stapel ungelesener Bücher vor mir aufgetürmt, den sogenannten SUB. Ich bevorzuge ja den Begriff »noch nicht gelesene Bücher«, was allerdings mit NNGB abgekürzt nicht so eingängig wie SUB und mehr nach Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten klingt, also alles andere als sexy.

Ich hatte Anfang 2017 nicht nur einen Stapel ungelesener Bücher dokumentiert, sondern für mich auch eine Liste aller Bücher, die ich gelesen habe, angefangen und – was ja auch wichtig ist – bis zum Jahresende weitergeführt. Also weiß ich, wie viel ich im vergangenen Jahr gelesen habe. Diese Liste umfasst

23 Romane, 17 Anthologien, elf Sachbücher, drei Comics und ca. 70 Heftromane.

Das ist mehr, als ich gedacht hatte. Denn gefühlt bin ich im vergangenen Jahr kaum zum Lesen gekommen. Das heißt, ich habe im Durchschnitt alle drei Tage ein neues Buch angefangen. Nicht dokumentiert sind die zahlreichen nicht in Buchform – ob gedruckt oder digital – gelesenen Kurzgeschichten, Zeitungs-, Zeitschriften- und Onlineartikel etc., ganz abgesehen von den Unmengen an Sache, die ich aus beruflichen Gründen lesen musste. Das hätte sicher zu weit und zu Abgrenzungsproblemen geführt.

Was bringt das neue Jahr?

Das neue Jahr beginne ich mit einem Buch, das ich 2017 angefangen habe: der Anthologie Afro-SF, herausgegeben von Ivor Hartmann aus Zimbabwe, der ersten Storysammlung überhaupt mit SF aus Afrika. Ich hatte vor, das Buch noch im alten Jahr zu Ende zu lesen, aber man weiß ja, wie das mit guten Vorsätzen so geht. Mein Ehrgeiz ist natürlich, die NNGB alle zu lesen (was ich bestimmt nicht schaffen werde, eher wird der Stapel Nachschub bekommen). Gespannt bin ich auf den »Kanon der mechanischen Seelen« von Michael Marrak. Das Buch ist die zu einem Roman überarbeitete Version mehrerer Novellen, die in den vergangenen Jahren im SF-Magazin »Nova« erschienen sind. Bestellt ist es schon. Während ich diese Zeilen schreibe, soll eine Palette mit den gedruckten Büchern irgendwo rumstehen und auf die Auslieferung warten.

Auf »Nova 25« warten wir übrigens schon seit mehr als einem Jahr; im November 2016 wurde bereits das Inhaltsverzeichnis veröffentlicht, aber die Herausgeber kommen offenbar nicht in die Hufe. Zuversichtlicher bin ich, dass bald – noch im Januar – das andere deutsche SF-Kurzgeschichtenmagazin, »Exodus«, mit der Ausgabe 37 kommt. Meine Hoffnung ist zudem, dass wieder einige Kurzgeschichten-Anthologien in den einschlägigen Verlagen wie Begedia erscheinen. Ich lese seit einigen Jahren lieber Kurzgeschichten als Romane, und was in deutschen Landen an Kurzgeschichten geboten wird, kann sich durchaus sehen lassen.

Vorgenommen habe ich mir, einen Rückstand aus dem Jahr 2012 (!) aufzuholen und den letzten Zyklus der »Sternenfaust«-Heftromanserie aus dem Bastei-Verlag zu lesen. Das habe ich immer wieder vor mir hergeschoben, aber nach fünf Jahren dürften die Romane abgehangen genug sein. Wöchentlich wird mich auch wieder die »Perry Rhodan«-Erstauflage beschäftigen. Ansonsten lasse ich mich überraschen von dem, was mir so über den Weg läuft. Ich plane meine Lektüre nicht.

Es ist also für genügend Lesestoff gesorgt, und es wird noch einiges hinzukommen. Für dieses Jahr habe ich mehrere Con- bzw. Messe-Besuche geplant, das sind immer gute Gelegenheiten, schwach zu werden und doch wieder mehr Bücher zu kaufen, als vorgesehen.

Ein bedeutender deutscher Historiker

Zum vierten Mal ist jetzt ein bedeutender deutscher Historiker mit einer Briefmarke gewürdigt worden: Theodor Mommsen. Anlass war sein 200. Geburtstag am 30. November 2017. Die Marke mit einem Wert von 190 Cent (Warensendung groß) erschien am 7. Dezember.

Mommsen war einer der wichtigsten Geisteswissenschaftler des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Für sein Monumentalwerk »Römische Geschichte«, das in den Jahren 1854 bis 1856 erschien, wurde er 1902 als erster Deutscher mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Das Nobelpreiskomitee würdigte Mommsen als den »gegenwärtig größten lebenden Meister der historischen Darstellungskunst« (the greatest living master of the art of historical writing). Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit war Mommsen politisch aktiv. Er gehört zum Beispiel 1861 zu den Mitbegründern der liberalen Deutschen Freiheitspartei, bekämpfte den Antisemitismus und war ein erklärter Gegner Otto von Bismarcks.

Mommsen starb 1903 in Charlottenburg (heute Berlin). Zu seinem Nachkommen zählen Wolfgang und Hans Mommsen, zwei bedeutende Historiker der deutschen Nachkriegszeit, und der Schauspieler Oliver Mommsen.

Mommsen tippte auf Kalkriese

Seine tiefen und besonderen Kenntnisse der römischen Geschichte führten dazu, dass Mommsen bereits frühzeitig Kalkriese im Osnabrücker Land als wahrscheinlichen Ort der legendären »Schlacht am Teutoburger Wald« von 9 n. Chr. identifizierte. Seine Vermutung bestätigte sich, nachdem der britische Hobbyforscher Tony Clunn dort Schleuderbleie, typische Munition römischer Truppen, gefunden hatte und in jahrelanger archäologischer Arbeit ein großes Schlachtfeld aus der Zeit des römischen Kaisers Augustus nachgewiesen wurde.

Die mehrbändige »Römische Geschichte« Mommens gibt es unter anderem beim Projekt Gutenberg zum Herunterladen.

Zwei weitere Mommsen-Briefmarken sind 1950 in der DDR und 1958 in West-Berlin erschienen. Die DDR illustrierte mit seinem Abbild eine Marke zum 250. Gründungstag der Akademie der Wissenschaften zu Berlin, deren Mitglied Mommsen war. Die Marke der Deutschen Post Berlin erinnerte daran, dass Mommsen 1858 an die heutige Humboldt-Universtität in Berlin kam. Außerdem ist Mommsen zusammen mit dem britischen Medizinnobelpreisträger Ronald Ross auf einer schwedischen Marke von 1962 abgebildet.